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 Gedichte und Geschichten
majun ( Gast )
Beiträge:

18.08.2008 14:42
Weltenfrau antworten

Weltenfrau

an der eiche, an der eiche
hölzern tor zum totenreiche
möchte hin, möchte hin,
doch hält mich fest da wo ich bin,
der rote faden festgebunden,
um der tanne stamm gewunden.

drehe mich tief in die erde,
was ich bin und was ich werde,
was ich war und was geschah,
dunkle wesen mir ganz nah,
bin geschützt in einer blase,
auf gehts in die nächste phase.

sinke tiefer falle runter,
falle raus und werde munter,
weg die erde, weg das land,
fort alles, was mir je bekannt.
dunkelheit und nebelwelten,
flieg an allem ich vorbei,
lass alles was ich hatte los,
ich brauch es nicht, ist einerlei.

ein wesen steht da in der nacht,
durchscheinend, zart und doch zur wacht,
es zeigt den weg zu meinem ich,
ein schneckenhaus voll fackellicht,
ein runder raum, eine spirale,
ein gang, ein wesen, mir ganz nahe.
ein weiblein fädelt perlen auf
der faden ist mein lebenslauf.

führt mich durch einen hellen gang
die treppen weiss, in mir gesang,
die wände rein und alles licht,
so hell, ich seh die frau fast nicht,
die vor mir sitzt auf einem thron,
der langer reise prachtvoll lohn.

sind verbunden, sind verbunden,
und sie zeigt mir unumwunden,
meine welt durch ihre augen,
schaue mich und kann`s nicht glauben,
ich bin sie und sie ist ich,
so weit weg, so stark im licht.

seelenmutter, weltenfrau,
silberfaden, kräfteschau,
endlich, endlich seh ich dich,
fand dich doch so lange nicht,
wusste nicht woher ich nehme,
und wie weit ich mich denn dehne,
alles wird mir langsam klar,
wer ich bin und wo ich war,
aus wievielen teilen ich bestehe,
bist so fern in meiner nähe.

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