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 Aberglaube
Sabin die Waldfee Offline

Wesen des Waldes

Beiträge: 2.601

16.01.2005 13:20
Aberglaube der Pflanzen antworten

Salbei
Im Mittelalter brachte man den Salbei gern mit den Kröten in Verbindung: "die kroten ezzent gern salvei, aber man scheuht si dâ von, der nâhent rauten (siehe dort) da pei setzt", sagt Megenberg Darauf nimmt auch die Novelle Boccaccios bezug von Simona und Pasquino, die sich die Zähne mit einem Salbeiblatt reiben und davon sterben, weil eine Kröte am Salbeistock saß. Hans Sachs hat in seiner "Historia, wie zwey liebhabende von einem salvenblat sturben" den gleichen Stoff behandelt. In Thüringen soll einst ein Mädchen anstatt eines Kindes eine häßliche Kröte zur Welt gebracht haben, nachdem ihr eine Hexe eine Salbeisuppe zu essen gegeben . Poppe erklärt die Beziehungen zwischen Salbei und Kröte nach der Signaturenlehre: "Wann man die Blätter der Salbei wohl betrachtet, so sehen dieselben gleichsam abschewlich wie eine Kröte [die Blätter sind runzelig wie die Haut der Kröte!], daraus haben die Alten wahrgenommen und befunden, daß dieses Kraut den Frosch oder die Kröten unter der Zunge [Froschgeschwulst, ranula] stille und vertreibe". Diese "Erklärung" dürfte aber wohl eine sekundäre sein.

In der alten Sympathiemedizin spielt der Salbei eine große Rolle. Eine Handschrift des 15. Jh.s aus dem Schloß Wolfsthurn (Tirol) bringt "für das Fieber" folgendes Rezept: "Nehm 3 salvaiblätter auf einem stengel ains morgens vor der sunnen vnd schreyb auff das ain blatt + pater + pax, auff das ander plat + filius + vita, aub das dryt plat schreyb + spiritus + sanctus sit tibi contra febrem remedium amen. Das du drey morgen vor der sunnen vnd alle male so nym 3 pletter, dor noch so sprich funff pater noster vndfunb aue maria vnd ain glauben" In ähnlicher Form kehrt dies Rezept, das offenbar aus dem "Evangile des Quenouilles" stammt , häufig wieder . Um Liebe bei einer Person zu erwecken, nimm drei Salbeiblätter und schreib auf das erste Adam Eva, auf das andere Jesus Maria, auf das dritte deinen und ihren Namen. Brenn diese Blätter zu Pulver und bringe dies der Person beim Essen oder Trinken bei . "Nimb ein salbinenblatt und stich mit einer ungebrauchten nadlen 3 Löcher dadurch und nimb alwegen von deinem haar eins und von iren eins und zieg in die drei Löcher, das sie nit mögen herauspfahlen, nimb das salbinenblat, da die har instekhen, wickhle es zuesamen und vermachs in ungebrauchtes Wachs, darnach gebe zue einem Taubstein und legs darauff und sprich: ich tauff dich im Namen Gottes Vatters vnd des Sohnes und des hl. Geistes. Amen. gang dann in das haus, da sie ist und vergrabs undter der thürschwöllen, dass sie auss- und eingehet, so muoss sie dich lieb haben". Gegen das viertägige Fieber gab man dem Kranken neun Tage nacheinander Salbei zu essen, dergestalt, daß er am ersten Tag neun Blätter und die folgenden immer eines weniger nehmen mußte . Das Antidotarium Bruxellense schreibt gegen Fußwunden sieben Salbeiblätter vor, und in West-Sussex ißt man gegen Fieber sieben Morgen hintereinander sieben Salbeiblätter Bei "Mundfäule" der Kinder hängt man drei Salbeiblätter in den Kamin. Wenn diese verdorren, weicht auch die Krankheit


Wenn man den "Salvenstock" am Karfreitag vor Sonnenaufgang beschneidet dann gerät er recht gut In Oberfranken dienen die Salbeistengel hin und wieder als "Lebensrute" zum "Fitzeln" . Wirft man einen Salbeistengel in den Bach, so trocknet dieser aus. Auch bedienen sich die Diebe des Salbei zum Öffnen der Schlösser ).

LG Sabin

Quelle aus http://www.sagen.at

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Sabin die Waldfee

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