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Dieses Thema hat 7 Antworten
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 Bruder Baum - Schwester Kraut
Sabin die Waldfee Offline

Wesen des Waldes

Beiträge: 2.601

09.01.2005 11:57
Magie der Bäume und Pflanzen Antworten


Die Kelten hatten eine sehr große Naturverbundenheit, so dass viele Bäume und Pflanzen, sowohl in Religion, als auch in ihrem Alltagsleben eine bedeutende Rolle spielten. Fraglich ist in wie weit die Bäume den Kelten auch wirklich bekannt waren. Die meisten der Bäume gab es während der keltischen Zeit auf Mitteleuropäischem Boden. Doch wie steht es mit Sorten die außerhalb ihres Territoriums beheimatet sind, wie Beispielsweise der Olivenbaum, der Feigenbaum, die Zypresse und die Pappel ? Es bestanden zwar rege Handelsbeziehungen zwischen den Kelten und einigen Mittelmeerländern, aber ob diese ausreichten die Bäume mit ihrer Interpretation in das keltische Gedankengut zu „pflanzen“ ? Die Entstehung des Baumhoroskops bzw. Baumkalenders wird auf die Anfänge des Keltentums datiert. In eine Zeit in der es noch keinen Handel gegeben haben dürfte, diese Bäume den Kelten also völlig fremd gewesen sein mussten. Woher die Kelten das Wissen über diese Sorten hatten oder ob hier in der Nachwelt die Überlieferungen angepasst wurden bleibt bis heute ungeklärt.

Die Kelten glaubten an Baumgeister, die so genannten Dryaden. Diese konnten, je nachdem welche Baumsorte Sie „beschützten“ verschiedene Gestalten annehmen. Sie waren überaus Intelligent und stellten Ihr Wissen den Menschen auf verschiedenste Art zur Verfügung. Während, die einen Ihre Zöglinge beschützten, ließen andere Ihre heilenden Kräfte wirken. Auch in der fantastischen Literatur z.B. bei „Herr der Ringe“ ist von Baumgeistern als Beschützer des Waldes und deren Bewohner die Rede -> den Ents. Zeitweise werden die Baumgeister auch als dämonische Wesen dargestellt, die alle vernichten, die dem Wald etwas zu Leide tun möchten

Apfelbaum
Zeichen des Lebens und der Unsterblichkeit. Die Insel der Äpfel (Avalon) ist die letzte Ruhestätte des legendären König Arturs. Hängt man sich einen Zweig eines Apfelbaumes über das Bett, so hat man nach keltischem Glauben keine Schlafstörungen mehr.

Bärlapp (Teufelskralle)
symbolisiert Kraft und Schutz. Die an sich giftige Pflanze wurde in kleiner Dosierung als Abführmittel verwendet. Auch bei Skorbut - einer Erkrankung, die in den nördlichen Gegenden in den Wintermonaten durchaus ein Thema war, konnte man den Bärlapp als Heilmittel einsetzen.

Basilikum
Symbol für ein friedliches Zusammenleben von Ehepartner und ein glückliches Zuhause, als Heilpflanze gegen Blähungen und Magenbeschwerden bekannt, auch hat Basilikum auch eine regulierende Wirkung bei der Menstruation der Frau und beschleunigt den Ausstoß der Plazenta nach der Geburt.

Benediktenkraut
Symbol für den Schutz vor Verhexung und Beschwörung von Geistern. Heilmittel gegen Leberbeschwerden, Depression, Konzentrationsmangel und Migräne. Außerdem wurde Benediktenkraut von den Druiden bei rituellen Waschungen um böse Geister zu vertreiben angewandt.

Brombeere
Zeichen für Wohlstand und Heilung. Heilpflanze bei Problemen mit den Harnwegen, so konnten damals die Beschwerden bei Nierensteinen und Harngriess durch die reinigende und ableitende Wirkung zumindest gelindert werden.

Esche
Symbol der macht des Wassers. Ihr Holz benutzen die Druiden für Regenzauber. Die Kelten glaubten, dass Boote aus ihrem Holz besonder sicher waren. Eine Esche pflanzten sich die Kelten gerne vor die eigene Haustüre, da sie die Eschen als Beschützer ansahen.

Eberesche
Symbol der Herrschaft über das rituelle Feuer, er wurde als heiliger Baum verehrt. Mit ihrem Holz wurden die Druidenfeuer gespeist, die bei den magischen Handlungen der Druiden neben den Elementen Wasser, Erde und Wind, das Element Feuer verkörpert.

Efeu
Symbol der Weiblichkeit. Der Efeu steht für Beharrlichkeit, Standfestigkeit und psychische Kraft, aber auch für Treue, Glück und Liebe. Efeu wurde als Heilpflanze gegen Läuse, Krätze und Hautkrankheiten eingesetzt

Eibe
das Gift der Eibe, wurde besonders für medizinische Zwecke und Waffen genutzt. Aufgrund der Halluzinogenen Wirkung, galt die Eibe als Vermittler zwischen Realität und anderer Welten. Symbol für Genesung von Krankheiten.

Eiche
bekannt wegen des kräftigen Holzes wurde die Eiche vor allem in der Handwerkskunst geschätzt. Aus Ihrem Holz wurden Wagen, Häuser und auch Schiffe gebaut werden. Durch das hohe Alter wurde sie zu Vergleichen mit Personen und ehrbaren Dingen herangezogen. Die Eiche steht als Symbol für Magie und Fruchtbarkeit. Eine Eiche die von einem Blitz getroffen wurde, wurde von den Druiden als besonders mächtig angesehen.

Erle
Aus dem Holz der Erle wurde rote Farbe gewonnene, aus den Blüten grüne

Fichte
Symbol des Lebens und des Todes, außerdem sagt man ihm Weisheit nach

Haselnussbaum
seine Früchte waren Symbol für Weisheit und Inspiration. Die Zauberstäbe der Druiden waren meist aus dem Holz des Haselnussbaumes; außerdem waren sie Inspiration für die keltische Kunst.
Heidekraut Heidekraut gilt bei den Kelten aus Glücksträger.

Huflattich
Symbol für die Entfachung der Liebe und für den Beginn des Friedens. Heilpflanze gegen Lungen- und Atemwegsbeschwerden.

Klee
Symbol für materielles Glück. Als Tee oder Tinktur bei Lungenentzündung und anderen Erkrankungen angewendet.
Knotige Braunwurz Symbol für Gesundheit, Frieden und Freude, schützender Schmuck für Häuser und Anwesen.

Linde
aus dem Saft der Linde wurde Färbemittel gewonnen

Mädesüß
Symbol für erfüllte Liebe und harmonische Partnerschaft, eine der wichtigsten Heilkräuter der Druiden.

Mistel
Eine Lehre der Druiden besagte, dass Misteln alles heil und fruchtbar machen würden. Dadurch, dass sie auch im Winter grüne Blätter tragen, sind sie ein Symbol für blühendes Leben. (Ein Brauch besagt: wen eine Frau und ein Mann sich unter einem Mistelzweig küssen hält ihr Liebesglück auf ewig)
Rainfarn verhieß Langlebigkeit und Unsterblichkeit. Heilpflanze für die Austreibung von Würmern aus dem Körper.
Salbei Symbol für Wünsche und materiellen Wohlstand. Heilmittel gegen starke Schweißabsonderung und allgemein Mittel gegen zu viel Flüssigkeit im Körper eingesetzt z. B. wenn sich zuviel Muttermilch in der Brust sammelt.
Schlehdorn Symbol der Neutralisation. Nach Glauben der Kelten könne man mit Schlehendorn alles Negative neutralisieren und somit von sich fernhalten.
Stechpalme Schwere Aufgaben und Herausforderungen sind mit dem Schutz der Stechpalme mach dem keltischen Glauben leicht zu meistern.

Tanne
Symbol der Weisheit und Würde, er stahlt diese Eigenschaften aus da er gerade und hoch wächst

Wacholder
Zeichen für Reinigung und Schutz, für eine starke sexuelle Libido und für Übersinnlichkeit. Druiden verwendeten

Wachholderbeeren,
um Beschwerden des Magen-Darm-Traktes zu heilen.

Wasserminze
Symbol für Reichtum und Glück. Ein Aufguss aus den oberirdischen Teilen der Pflanze wurde gegen zu starke Menstruationsblutungen, aber auch gegen Durchfall eingesetzt.

Weide
Die Zweige der Weide brachten den Kelten Schönheit und Liebe

Weinstock
Der Weinstock galt als Tor zur Anderswelt.

Weißdorn
Mit Weißdorn schmückten die Kelten an Beltane ihre Häuser. Sie glaubten, dass in den Zweigen des Weißdorns Elfen und Feen wohnten.

LG Sabin
Quelle: timeforhistory.de


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Lebe mit der Natur im Einklang Du wirst hören was dir die Naturgeister erzählen und sie im Sonnenlicht tanzen sehen. Ein wunderbares Gefühl wird in Dir wach.
Sabin die Waldfee

Cúron Offline

Mondsichel


Beiträge: 827

10.01.2005 09:39
#2 Die Eberesche Antworten

Die Eberesche

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Allgemeines:

Ein Großstrauch oder bis zu 15 m hoch werdender Baum, erreicht ein Lebensalter von einem knappen Jahrhundert und ist in fast ganz Europa heimisch. Ihre weißen Blütendolden riechen nach Trimethylamin (fischartig, ähnlich der Weißdornblüte) und die Laubblätter nehmen im Herbst eine leuchtend gelbe bis tiefrote Farbe an.
Für den Förster spielt sie als sogenannte Vorwaldbaumart die wichtigste Rolle, weil sie unerwünschten übermäßigen Unterwuchs wie Weidenröschen oder Brombeersträucher von den sich ferjüngenden Forstbäumen fernhält.
Sie läßt sich auch in die unmittelbare Nähe von Gebäuden pflanzen, da das Wurzelwerk der Eberesche Hausfundamente nicht gefährdet, Abgasen gegenüber ist sie auch tolerant, jedoch zu viel Hitze verträgt sie nicht.

Mit ihren koralleroten Früchten zeigt sich die Eberesche im August von ihrer schönsten Seite, da sie unter anderem Vogelbeerbaum heißt, wird verständlich, da ihre Beeren von nicht weniger als 63 verschiedenen Vogelarten und mehreren Säugern gefressen werden.

Die Beeren galten auch in früheren Zeiten als Vogellockmittel, woraus sich auch der lateinische Name ableiten läßt: Aucuparia bedeutet soviel wie "aves capere", Vögel fangen, was ja (bis auf einige Gegenden in Österreich - leider immer noch) nicht mehr praktiziert wird.

Woher der Name Eberesche kommt, ist noch nicht ganz geklärt. Die Vorsibel Eber geht auf aber zurück und bedeutet falsch. Also Falsche Esche im Gegensatz zur Gemeinen Esche (Fraxinus), die ähnlich gefiederte Blätter besitzt. Andere Quellen meinen, die Früchte seien zur Ebermast verwendet worden, daher auch der althochdeutsche Name "Eberboum", später "Eberasch" und ab 1600 dann Ebersche.

Vogelbeerspezialitäten:
Im Volk hält sich hartnäckig der Glaube, Vogelbeeren wären giftig, was nicht ganz stimmt. töglich ein paar rohe Früchte gekaut, sind dem Stuhlgang förderlich. Getrocknet hingegen gelten die Beeren als Hausmittel gegen den Durchfall (ebenso die Heidelbeeren). Sie zählen auch zu den Geheimrezepten der Redner und Sänger. Sie wirken reizlindernd, halten die Stimmbänder geschmeidig und verfügen über mehr Vitamin C als Zitronen.
Man sollte die gut gelierenden Beeren zu Mus, Gelee oder Saft verarbeiten.
Eine Vogelbirlatwari, also eine Vogelbeer-Latwerge /Fruchtmus soll im Bayerischen Wald als Blutreinigungsmittel erlangt haben. Sie eignet sich auch als Beilage zu Lamm oder Wild.
Nach der Ernte im August werden die Beeren zum Entbittern über Nacht in verdünnten Essig gelegt, erhitzt, passiert und mit der gleichen Menge Zucker zu Gelee gekocht.
Die Bitterstoffe der Beeren aber lassen sich auch durch Kochen nicht vertreiben.

Kaiserin Maria Theresia hatte 1779 angeordnet "in kalten Gegenden die rothe Vogelbeere" zu pflanzen, da die frühere unveredelte Form sogar Wind und Schneedruck trotzte und früher auch als richtiges Obst eingestuft wurde.
In Tirol heißt die Eberesche auch Mostbeere, denn früher wurden die Früchte zu einem alkoholischen Getränk verarbeitet.
Sorbus bedeutet auf lateinisch nämlich Sorbere - Schlürfen!!

Rezept:
Der tschechische Ebereschenlikör ist eine Spezialität und läßt sich auch zu Hause zubereiten: 400 g Beeren zerstampfen ohne die bitteren Kerne zu zerstören, in einem nichtmetallenen Gefäßt leicht zugedeckt etwa 1 Woche in der Wärme stehen lassen. Nach dem Auspressen wird die gegorene Flüssigkeit mit 70 %igem Kornschnaps auf das doppelte Volumen angefüllt. Den Preßrückstand in einem halben Liter Kornschnaps unter öfterem Schüttlen 2 Wochen ruhen lassen, auspressen und zum ersten Auszug geben. Zuletzt mit einem Viertelliter Zuckersirup süßen und mindestens ein halbes Jahr lagern.

Unsere Vorfahren ließen Ebereschenblätter zusammen mit Gagelblättern und Eichenrinde zu einem Kräuterbier vergären , später wurde diesem Brausud mmit Wacholderbeeren, Wermut, Salbei und Benediktenkraut zu einem regelrechten Heilbier.
Die Blätter und die Blüten brüht man noch heute zu einem Tee gegen Husten, Bronchitis und Lungenentzündung auf.

Mythologie:
Die keltischen Druiden glaubten, die Kraft des Baumes könne Fluch und Unglück fernhalten und umpflanzten ihre heiligen Obersteine und Kultstätten mit Ebereschen.
Auch bei den Germanen galt sie als glücksbringender Baum. Sie war Donar (Thor) geweiht. Nach der jüngeren Edda soll sich Thor einst aus einem wildreißenden Fluss gerettet haben, indem er ein Ebereschenbäumchen zu fassen bekam und sich daran an Land zog. Die nordische Redeweise, dass die Eberesche der Schutz Thors - Thorsbjörg - sei, bezieht sich auf diese Begebenheit.
Schließlich frißt Thors Lieblingstier, die Ziege, das Ebereschenlaub besonders gerne.

Auch in Deutschland gibt es Mythen um die Eberesche: Und zwar geht es hier um die sogenannte Lebensrute des Quitschenbaumes (quick - lebendig, frisch, munter):
Uralt ist der Brauch des Schlages mit der Lebensrute um die Osterzeit, an Weihnachten oder an Neujahr: Mit zusammengebundenen Zweigen der Eberesche (aber auch Hasel, Birke oder Wacholder) zogen die Kinder von Haus zu Haus und schlugen jedermann mit der Rute. Dieser Schlag hatte einen Fruchtbarkeitszauber zur Folge und vor allem in protestantischen Gegenden, wo der Palmbusch nicht bekannt war, hat sich dieser Brauch lange gehalten.

Im angelsächsischen Raum wird die Eberesche "the witch" genannt, denn auch aus Ebereschenzweigen waren die Hexenzauberstäbe zum Aufspüren von Erzen geschnitten.


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Sabin die Waldfee Offline

Wesen des Waldes

Beiträge: 2.601

10.01.2005 21:31
#3 RE:Die Eberesche Antworten

Holunder: Der Holunder war Wohnung der Erdgöttin (Hulda, Holda), der man Speisen und Getränke opferte. Frauen trugen ihre neugeborenen Kinder zum Holunderstrauch, erwiesen ihm ihre Ehrfurcht und machten dem Strauch Geschenke, damit er die Kinder gut aufnahm. Der Lebensbaum begleitete die Menschen bis zum Tod. Aus dem ehemals heiligem Holunder wurde ein Hexenbaum, in dem sich die Hexen besonders gerne aufhalten. "Frau Holle ist von vorn her wie ein fein Weibsmensch, aber hinden her wie ein hohler Baum von rohen Rinden", hieß es plötzlich in den Hexenakten. Doch in der Volksmeinung litt der Holunder nicht, im Gegenteil. Das Umhauen bzw. Verstümmeln eines Holunders bedeutet Unglück und Tod. Vor einem Holunder muss man den Hut ziehen.  Blüten als Schwitztee bei fieberhaften Erkältungskrankheiten, Vorbeugungsmittel gegen Erkältungskrankheiten (weniger stark aufgebrüht und lauwarm getrunken), Rheuma; zusätzlich als beruhigendes und schmerzlinderndes Mittel bei Kopf-, Zahn- und Ohrenschmerzen.
Erle: vom Weg abgekommene Wanderer fürchteten das unheimliche Erlenweib, die Irle oder Else, welche im Morast wohnte und Menschen aus Hinterlist in den Sumpf zog. Sie galt als Verkörperung der Erle und wurde mit Hexerei in Verbindung gebracht.
Weide: zählt mit Kirschbaum, Apfelbaum und Erle zu den "Mondbäumen", die einstmals als Bäume der großen Göttin hoch geachtet wurden. Mit der Christianisierung wurden sie zu Hexenbäumen. Vor allem in den Zeiten der Hexenverfolgung glaubte man die Hexen und deren Verbündete unter den Weiden versammelt zu wissen. Mit Weiden machen Hexen auch den Hagel.  fiebersenkend, schmerzstillend, entzündungshemmend, antirheumatisch, schweißtreibend

LG Sabin
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Sabin die Waldfee

Cúron Offline

Mondsichel


Beiträge: 827

12.01.2005 22:01
#4 RE:Die Weide Antworten

Die Weide:
Zur Familie der Weide gehören 3 Weidengewächse
Weide (Salix)
Pappel (Populus) und die
koreanische Chosenia
Ich möchte aber etwas näher auf die Weide eingehen.
Es lässt sich die Weide noch unterteilen in die Salweide, in die Trauerweide und noch viele andere mehr.
Das althochdeutsche "salha" bedeutet soviel wie Weide, somit heißt Salweide übersetzt "die Weide".
Die Silberweide, ihre große Schwester, zählt zu den wichtigsten Bienenbäumen überhaupt. Ihre Blätter ergaben wertvolles Ziegenfutter (was den Namen der Salweide - Salix caprea - Ziegenweide näher beleuchtet).

Weitere alte Weidenamen lauteten "Wilge", und Wichel. In Ortsbezeichnungen wie Weidach, Weiding, Salchen, Salach und Felben hat sich der Baum verewigt. Auch der Familienname Felbinger gehört dazu.
Silber- und Korbweiden wurden noch bis in die fünfziger Jahre unseres 20. Jhds. zu sogenannten Kopfweiden zusammengeschnitten, um daraus Weidenruten zur Korbflechterei "ernten" zu können.
Darüber hinaus dienten die Flechtwerke zur Bekleidung und Befestigung der Bachufer.
Die dünnen biegsamen Weidenruten waren früher im ländlichen Haushalt unersetzbar und fanden vielseitige Verwendung.
Beim Bau von Fachwerkhäusern wand man die Äste zu einem Geflecht, füllte damit die Fächer zwischen den Holzbalken aus, bewarf diese mit Lehm und verputzte sie anschließend. Die Strohbündel der Strohdächer waren ebenfalls mit WEidenruten an den Sparren befestigt.
Den Winzern lieferten die Ruten Rohstoffe, um die Reben anzubinden und der armen Bevölkerung brachten die jüngsten, biegsamsten Weidenzweige Bindewerkzeug für ihre Schuhe.

Düsterer Todesbaum:
Dass die Weide in verschiedenen Kulturen mit dem Tod in Verbindung gebracht wurde und wird, hat auch in der Literatur seinen Niedersclag gefunden. Desdemona erschien vor ihrem Tod im Traum eine Weide, und Ophelia ertrank nachdem sie von einer Weide ins Wasser gefallen war.
Nicht nur das Zepter der Hexenkönigin war aus einem Weidenzweig geschnitten.
Um dem Hexednbesen seine wahre Stärke zu verleihen, mussten die Birkenzweige noch mit Weidenruten an den Besenstiel gebunden werden.
Dem germanischen Mythos zufolge bewohnt der Todesgott Viddharr das Weidengebüsch. Die Germanen schlossen ihre Menschenopfer in mit Steinen beschwerte Weidenkörbe ein, die sie anschließend im Moor versenkten.
Tauchten diese nicht wieder auf, war das Opfer angenommen.
Auch in der antiken griechischen Vorstellungswelt war der Baum von einem Todeshauch umgeben. In Kkolchis hatte die Zauberin Medea dunkle Weiden gepflanzt, in deren Ästen Verstorbene- in Tierhäute eingenäht - hinten.
aigle, eine der Hesperiden, nahm sich den Diebstahl der goldenen Äpfel durch Herakles derart zu Herzen, dass sie in ihrer Gram die Gestalt einer Weide annahm.
Es wurde erforscht, dass Weiden bevorzugt an Stellen wachsen, die eine verstärkte Erdstrahlung aufweisen. Dort schlägt auch die wünschelrute stärker aus.

Jetzt wirds interessant:
Mit ihrer ungezügelten Lebenskrafat zählte die Weide zu den Attributen Demeters, der göttin des Ackerbaues und der Fruchtbarkeit.
Gleichzeitig brachte man den düsteren Baum, der im alter innen oft völlig vermorscht, aber dennoch ungebrochen grünt, mit deren Tochter Persephone, Göttin des Todes und der Wiedergeburt, in Verbindung.
Jedes Jahr feierte man in Griechenland zur Zeit der Getreideaussaat das Fest der Demeter - die Thesmophorien, bei diesem den Frauen vorbehaltenen Ritus waren immer frische Weidenzweige als Lagerstätte ausgebreitet.
Der beinahe maßlosen Energie des Baumes war man sich jedoch schon Jahrhunderte vor dem Aufblühen der griechischen Kultur gewiss.
Auf Orakelknochen aus dem 16. bis 11. Jhd. v.Chr. waren bereits chinesische Schriftzeichen für die Weide eingeritzt, und noch heute steht in China der Begriff "Qi" für Weide und Lebensatem gleichzeitig.
Wenn Ihr noch mehr zu einem meiner Lieblingsbäume wissen wollt, sagt mir Bescheid, dann gibts noch mehr Info..

****************
Lebe das Heute, denn Morgen ist Heute schon Vergangenheit - be blessed, Cúron!

botnang ( Gast )
Beiträge:

12.02.2007 18:00
#5 RE: RE:Die Weide Antworten

Hallo! Ich bin NEU hier und interessiere mich für die Weide. Dieser Baum fasziniert mich zur Zeit sehr und ich möchte mir gerne einen kleinen Baum kaufen. Übrigens, er passt wegen meinem Geburtsdatum zu mir...Ich mache mir aber Gedanken, weil hier im Gebiet sehr viele ungebundene Seelen sein sollen...und meine Frage ist, ob es sinnvoll, mir eine Hänge-Weide zu kaufen?

Waldläufer Offline

Wesen des Waldes


Beiträge: 151

12.02.2007 20:23
#6 RE: RE:Die Weide Antworten

Hallo Botnang!

Also die Ungebudenen Sellen werden sich nach meinem Wissen nicht auf Deinen Baum stürzen, ausser Du lädst sie mit Deinen Gednken ein. Hängeweide ist natürlich für einen selbst ein toller Baum um Geborgenheit zu erhalten. Ich würde keinen Baum nehmen, weil was darüber zu lesen steht, und Du glaubst in diesswgen nehmen zu müssen. Frag den Baum im Geschäft, und Du wirst die antwort bekommen. Bäume stehen für viel und noch für mehr was man nicht zu lesen bekommt. Er ist vor allem für das gut, was er einem selbst sagt, und nicht was über ihn geschreiben steht, das ist was für menschen, die sich nicht mit ihnen untrhalten können wollen. Du kannst ich jederzeit fragen wenn Du möchtest.

LG

Waldläufer

In Lacke´ch - Ich bin ein anderes DU-SELBST

Tse Offline

Sammler/in

Beiträge: 31

15.02.2007 18:29
#7 leider.... Antworten

Bitte nicht um eine leichte Bürde – bitte um einen starken Rücken...
Theodor Roosevelt
26. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, 1906 Friedensnobelpreis
1858 - 1919

Tse Offline

Sammler/in

Beiträge: 31

15.02.2007 18:43
#8 nochmals Antworten

also die kelten hatten wohl beziehung zu den bäumen

so wurden in den baumnamen die götternamen 'versteckt'

nachzulesen in:

der baumkrieg / bedas sterbegesang


http://www.amazon.de/Die-Wei%C3%9Fe-G%C3...s/dp/349955416X

es zeigt auf in welchem umfang die bäume 'genutzt' wurden und wie sie in den alltag respektive in die jahreszeiten eingeflochten war.

so war zum beispiel der schilf auch ein baum.

und wenn in den texten vorkommt:


"darauf folgt der schnelle schilf"

das heisst: schilf wird im herbst hart
also muss es herbst sein.

und weil er schnell ist wird das auf einen pfeil hingedeutet.

im kontext würde das heissen.

schilf für pfeile muss man im herbst schneiden.

und somit wäre der/die göttIn der der jagd.

im keltischen brawnwen

brawn die krähe
also gott als krähe

und so weiter und so fort

Tse



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Theodor Roosevelt
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1858 - 1919


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