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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 1.123 mal aufgerufen
 Kräuterwiese
Sabin die Waldfee Offline

Wesen des Waldes

Beiträge: 2.601

11.01.2005 12:59
Gundermann antworten

Gundermann

Andere Namen:
Blauhuder, Buldermann, Donnerrebe, Egelkraut, Erdefeu, Erdkränzel, Guck durch den Zaun, Gundelkraut, Gunelreif, Heilrauf, Huder, Huderich, Kollermann, Kranzkraut, Katzenminze, Soldatenpetersilie, Stinkender Absatz, Totenkraut, Udrang, Zaungucker, Zickelskräutlein

Heilwirkung:

entzündungshemmend,
stoffwechselfördernd,
schleimlösend,
schlechtheildene Wunden,
chronischer Husten,
Blase und Niere anregend,
Außerdem setzt man die Pflanze ein bei Erkrankungen die Ohr Nase Hals und Verdauungssysteme betreffen. Dank seiner milden Wirkungsweise ist der Gundermann auch zur Behandlung von Kindern geeignet. Man verarbeitet dazu die ganzen Sprossenteile frisch oder getrocknet.

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe

Sammelzeit:
März bis Juni, aber auch noch später, solange er sprießt

In der Heilkunde

Im Mittelalter nannte man den Gundermann auch "Soldatenpetersilie", ein Hinweis auf seine Verwendung: Äußerlich hilft die Pflanze bei schlecht heilenden Wunden, vor allem bei Eiter ("Gund")

Dieser Sud als Gesichtswasser (kalt werden lassen und dann erst absieben) reinigt die Haut und soll gegen Akne helfen.

Gundermann zu Pulver gemahlen und als Schnupftabak verwendet, soll gegen Melancholie helfen

Bei eiternden, schmerzenden Zähnen und wundem Zahnfleisch kann man eine Spülung mit Gundermann machen.


In der Küche:

Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Die Blätter der Gundelrebe lassen sich das ganze Jahr über als Zutat zu Quarkaufstrich, Kräuterbutter, Gemüsegerichte, Suppen und Salate verwenden.

Mit seinem Aparten Aroma gibt Gundermann Kräuterspeisen oder auch einer Kräuterbowle den besonderen Pfiff. Zum Kochen können junge Blätter oder ganze Triebe genutzt werden. Man verwendet das Kraut frisch oder tiefgefroren.
Dosieren sie Gundermann Sparsam das ausgeprägte Aroma sticht sonst zu sehr hervor
Herfür nimmt man 1 Handvoll Gundermannkraut in 1 Liter Wasser aufkochen, abseihen

Aberglaube:

Der Gundermann ist eine alte Heilpflanze, die auch im Aberglauben des Mittelalters eine Rolle spielte.

Bei den Germanen war der Gundermann dem Donnergott Donar geweiht. Es wurden Sträußchen dieser Pflanze in ihren Häusern aufgehängt, um vor Blitzschlag gesichert zu sein. Auch als Milchzaubermittel wurde Gundermann verwendet, wenn die Kühe nicht richtig Milch gaben, sie schlecht war oder sich nicht buttern ließ. Vorbeugend wurde die erste Milch nach dem Austrieb durch einen Gundelrebenkranz gemolken

Wer in der Walpurgisnacht einen Gundelrebenkranz trug (Gundermann oder Gundelrebe ist ein Kraut das überall wächst), erkannte angeblich alle Hexen!

LG Sabin
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Lebe mit der Natur im Einklang Du wirst hören was dir die Naturgeister erzählen und sie im Sonnenlicht tanzen sehen. Ein wunderbares Gefühl wird in Dir wach.
Sabin die Waldfee

Cúron Offline

Mondsichel


Beiträge: 827

12.01.2005 21:22
#2 RE:Gundermann antworten

Die Gundelrebe oder der Gundermann galt bei den Germanen als machtvolles Zauberkraut, ihr volkstümlicher Name lautete auch daher "Donnerrebe", weil sie als Kraut des Donnergottes Thor oder Donar galt.
Früher wurde dieses Heckengewächs zu einem Kranz gebunden -wie Sabin schon beschrieben hat - und damit die Haustüre geschmückt. Durch diesen Kranz konnte man ja die Hexen erkennen, ein sogenanntes "Frühwarnsystem". Außerdem schützte der Kranz vor Blitzschlag, weil das Haus unter dem Schutz von Donar stand.
Es gab auch vor nicht allzulanger Zeit Frauen im europäischen Alpenraum, besonders in der Schwyz, die sich Gundelrebe in die Säume ihrer Röcke nähten, um schneller schwanger zu werden. Die Beziehung der Gundelrebe zu Milch und Fruchtbarkeit ist auch pharmazeutisch begründet, denn sie regt erwiesenermaßen den Milchfluss an.

Hildegard von Bingen empfahl, den Gundermann während der Geburten auf Rücken und Schenkel aufzuleben, um diese zu erleichtern.
Bei Räuchermischungen lassen sich sehr gut Johanniskraut und Efeu zu GUndermann mischen.

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Lebe das Heute, denn Morgen ist Heute schon Vergangenheit - be blessed, Cúron!

Cúron Offline

Mondsichel


Beiträge: 827

12.01.2005 21:24
#3 RE:Gundermann antworten

Ach ja...
wegen seines würzigen, sehr aromatischen Geruchs bzw. wegen ihres hohen Gerbstoffgehaltes wirkt Gundelrebe stopfend.
das ätherische Öl wirkt schleimlösend und regt mit seinen Bitterstoffen die Bildung von Magensaft ann.
Bei Magen-Darm-Erkrankungen, Durchfall und Husten kann man die Gundelrebe als Tee verwenden, dazu einfach 1 TL Kraut mit kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, 1 bis 3 Tassen täglich trinken, aber
VORSICHT, nicht allzu lange anwenden, also höchstens 10 Tage...
Nicht ins PFerdefutter mischen, da die Gundelrebe für Pferde STARK GIFTIG ist!!!
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Lebe das Heute, denn Morgen ist Heute schon Vergangenheit - be blessed, Cúron!

Fuchsfrau Offline

Wesen der Natur


Beiträge: 365

05.02.2006 23:15
#4 RE: Gundermann antworten

Also,

letztes Jahr habe ich viiiiele Gundelblättchen gesammelt, locker in ein Schraubglas gefüllt und einige Tage an die Sonne gestellt. Dann waren die Blättchen ledrig trocken und unten am Glas hatte sich eine durchsichtige Flüssigkeit angesammelt, die ich in Fläschchen füllte. Bei Verletzungen jeglicher Art gab ich die dann drauf und die Wunden (waren kleine, eher so Hautrisse meist, beim Bauen zieht man sich sowas öfter mal zu) heilten super schnell.

Vor ein paar Tagen hat nun unser Jüngster eine Blase am Zeh gehabt, nix gesagt, die Blase ging auf, Fusseln von Socken sammelten sich - und es war dann ein richtig grausliger, eitriger Fleck, den er mir endlich zeigte. Ob die Gundel noch wirken würde?

Sie wirkte, und wie!! Nach zwei Stunden bildete sich ein dünnes Häutchen, man konnte fast zusehen, wie die Wunde heilte und nach drei Tagen - war alles gut.


Ich freu mich schon, bald werden an geschützten sonnigen Stellen die ersten Blättchen sprießen!!

Zum Tee: Bei Storl hab ich gelesen, dass man auf jeden Fall den Tee abdecken muss, weil sich sonst die starken Aromastoffe, die heilen, verflüchtigen. Noch besser wäre es, das Kraut in fetter Milch zu kochen (schätz mal, sehr behutsam und auch abgedeckt), weil das Milchfett die Aromastoffe noch besser rausholt als nur Wasser. Kann mir das gut vorstellen, auch geschmacklich... vielleicht noch mit etwas Spitzwegerichsirup versüßt... lecker... auch ohne Husten vielleicht, lach, ein vorbeugendes Tässchen

Grüße von Lisa

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