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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 880 mal aufgerufen
 Schamanismus
Moonrivercat Offline

Kräuterkundige/er

Beiträge: 65

12.08.2005 09:43
Vision Quest Antworten

Ich habe viel über die Natives gelesen und ihr spirituelles Leben. Es tauchte da auch immer der Begriff Vision Quest auf. Meist wurde das so beschrieben, dass die Person sich ohne irgendetwas mit sich zu nehmen, sich an einen heiligen Ort zurück gezogen hat. Möglicherweise war das der persönliche Kraftplatz oder ein heiliger Platz des Stammes. Der Suchende hat dort dann vielleicht aus Steinen einen Kreis gebildet, indem er sich nieder gelassen hat. Nach dem Gelesenen ging dieser Vorgang dann meist so vier Tage. Dadurch, dass die Person auch keine Nahrung zu sich nimmt (ob das mit Wasser auch so ist, hab ich nie erfahren), reinigt sich offenbar der Geist und wird geläutert und somit entwickelt sich dann die Verbindung zu den Geistern. Irgendwann bekommt man dann eine Vision. Und damit ist die Vision Quest dann vollendet.
Ich gebe das hier wieder, wie ich es verstanden habe. Natürlich habe ich damit keine eigenen praktischen Erfahrungen.

Es gibt eine prominente Dame, die auch ein paar Bücher verfaßt hat über Engel. Sie und ihre Schwester bieten Vision Quests im Süden von München ab. Das wird dann so beschrieben, daß sich mehrere Leute an einem abgelegenen Ort treffen. Offenbar gibt es da auch so eine Art Hütte. Abends wird vor dem Haus ein großes Feuer angezündet und man legt sich um das Feuer um dort zu nächtigen. Scheinbar werden auch Gebete gesprochen und Rituale abgehalten. Wer Angst hat, im Freien zu schlafen, kann sich in die Hütte zurück ziehen. Ich glaube, so eine Vision Quest ging über ein Wochenende, aber das kann ich nicht mehr genau sagen.
Jedenfalls steht dieses Vorgehen im krassen Gegensatz zu dem, wie die Natives das handhaben.

Habt ihr schon mal eine Vision Quest gemacht? Ist das irgendwie nötig? Wenn ich durch das Forum lese, merke ich, daß viele von euch auch auf anderem Weg Verbindung mit den Geistern finden.

Alles Liebe
Moonrivercat

SEDNA ( Gast )
Beiträge:

12.08.2005 10:35
#2 RE:Vision Quest Antworten

ich kenne einen jungen mann, der eine visionssuche gemacht hat.
wenn du möchtest geb ich dir seine adresse, dann kannst du ihns elbst fragen. er hat einen tollen bericht darüber geschrieben und auch fotos dazu.
frag ihn einfach- und sag ihm liebe grüsse von mir.

bussi, sonja

PS: ich habe noch keine visionssuche gemacht. und hab`s auch nicht vor. aber sollte es sich ergeben und die geister das von mir verlangen, dann werd ich es tun.

ach ja, georg gschwandler hat auch visionssuchen gemacht. ihn kannst du auch fragen. soweit ich weiß ist er fast gestorben dabei.


sedna

Dina Offline

Hüter der Natur


Beiträge: 613

12.08.2005 13:29
#3 RE:Vision Quest Antworten

Als Antwort habe ich dazu folgendes aus meiner HP kopiert.

Folgender Text stammt von http://www.kondor.de.
Ich gebe ihn mit der Genehmigung von A.Adler weiter und freue mich, wenn ich dazu beitragen kann, diese Worte der Natives bekannt zu machen.

American Indian Movement
Southern California Chapter
Internationale Versammlung der US-amerikanischen und kanadischen
Dakota-Lakota-Nakota Stämme und Gruppen

Kriegserklärung gegen die Ausbeutung der Spiritualität der Lakota, Juni 1993
Die anerkannten, traditionellen spirituellen Führer, Stammesälteren und Vertreter der Lakota-Stämme erklären hiermit den Krieg gegen alle Personen und Gruppierungen, die unbeirrt damit fortfahren, die heiligen Traditionen und spirituellen Praktiken der Lakota auszubeuten, zu vergewaltigen und falsch auszulegen.

Zu lange haben wir die unaussprechliche Schmach ertragen müssen, wie unsere wertvollsten Zeremonien und spirituelle Praktiken durch nicht-indianische "Wannabees" (=Möchtegernindianer. Leute, die behaupten, Indianer zu sein, ohne tatsächlich in irgendeiner Form wirklich indianischen Ursprunges zu sein), Hausierer, Kultisten und selbsternannte "New Age Schamanen" sowie deren Anhänger entheiligt, verzerrt und missbraucht werden.

Mit Schrecken und Empörung müssen wir mitansehen, wie diese unwürdige Enteignung unserer heiligen Traditionen bereits epidemische Ausmaße in den urbanen Regionen der vereinigten Staaten angenommen hat.
Wir sind darüber entsetzt, wie die Heilige Pfeife entweiht wird durch den Verkauf von echten Pfeifen (aus Pfeifenstein) auf Flohmärkten, Pow-Wows und "New Age" Geschäften;
das Pseudo-Religionen gegründet wurden, die Menschen Geld dafür abnehmen, an unechten Schwitzhüttenzeremonien und "Visionssuchen" teilzunehmen,
das Scharlatane und Kultanführer das Sakrileg begehen, Sonnentänze für Nicht-Indianer durchzuführen und die untolerierbare und häufig obszöne Imitationen unseres heiligen Sonnentanz-Ritus anbieten,
das sich Nicht-Indianer in imitierten "Stämmen" organisieren und sich indianisch klingende Namen geben, um den pauschalen Ausverkauf und die Kommerzialisierung der Lakota Tradition voranzutreiben,
das akademische Programme an Universitäten und Bildungsstätten wie Pilze aus dem Boden schießen, die die entheiligende Imitation unserer spirituellen Praktiken durch Studenten und Lehrer unter dem Deckmantel einer Ausbildung im "Schamanismus" sogar institutionalisieren,
das Nicht-Indianer und "Wannabees" Bücher schreiben und feilbieten, die die systematische Kolonisierung unserer Spiritualität fördern; das Einzelpersonen und Gruppierungen der "New Age" Bewegung, der "Männerbewegung" (scheint ein explizit amerikanisches Phänomen zu sein. A.A.), in der neuheidnischen Szene und in "Schamanischen Seminaren" unsere spirituelle Tradition ausbeuten indem sie unsere Zeremonien imitieren und mit nicht-indianischen okkulten Praktiken vermischen und dies alles beleidigend und verletzend in einem pseudoreligiösem "New-Age" Mischmasch.
Diese dramatischen Entwicklungen machen es notwendig, das wir sofortige Schritte unternehmen müssen, unsere wertvollsten Traditionen von weiterer Kontamination, Entheiligung und Missbrauch zu schützen.

Wir rufen daher alle unsere Lakota, Dakota und Nakota Brüder und Schwestern in den Reservaten und traditionellen Gemeinschaften innerhalb der vereinigten Staaten und Kanada auf, aktiv und mit eigener Stimme gegen diese alarmierenden Entwicklungen und systematischen Zerstörungen unserer heiligen Traditionen zu stehen. Wir fordern euch dazu auf, euch mit euren Stammesmitgliedern in den Städten zu koordinieren, um Fälle dieses Missbrauches zu identifizieren und dagegen vorzugehen, wobei adäquate taktische Mittel zum Einsatz kommen, wie beispielsweise: Demonstrationen, Boykott, Pressekonferenzen, aber auch direkte Intervention.

Ganz besonders rufen wir alle Stammesmitglieder der Lakota, Dakota und Nakota auf, aktiv Stammesmitglieder davon abzuhalten, dazu beizutragen, das Außenstehende unsere heiligen Zeremonien und Praktiken missbrauchen, oder dies überhaupt erst ermöglichen. Denn, wie wir alle wissen, gibt es unter unseren Stammesmitgliedern Einzelne, die unsere Traditionen für eigennützige Ziele verramschen, ohne Rücksicht auf die spirituelle Gesundheit der Menschen.

Wir dürfen es nicht länger tolerieren, das weiße Schamanen, die aus unserer Gemeinschaft erwachsen sind, die weitere Ausbeutung unserer Traditionen durch Nicht-Indianer "autorisieren". Wir müssen uns gegen alle diese "Plastikmedizinmänner" als Feinde der Lakota, Dakota und Nakota stellen.

Außerdem ermuntern wir traditionelle Führer und Stammesmitglieder aller anderen nativen indianischen Nationen sich mit uns zu solidarisieren in der Forderung, dieser überhandnehmenden Ausbeutung amerikanisch-indianischer heiliger Traditionen ein sofortiges Ende zu setzen, denn es sind nicht nur die Traditionen der Lakota, Dakota und Nakota die systematisch durch Nicht-Indianer verletzt werden.

Mit Nachdruck fordern wir die Stammesräte aller Stämme und die Führungen der nationalen indianischen Organisationen dazu auf, Resolutionen und Stellungsnahmen gegen die Ausbeutung und den Missbrauch der heiligen Traditionen zu veröffentlichen und möglichst weit zu verbreiten.

Wir erinnern alle unsere indianischen Brüder und Schwestern an unsere höchste Pflicht als Indianer: Die Reinheit unserer heiligen spirituellen Traditionen zu erhalten, so das wir dieses wertvolle Geschenk den zukünftigen Generationen in Würde weitergeben können.

Durch das entschlossene und mutige Handeln in dieser Kampagne, die Zerstörung unserer heiligen Traditionen zu beenden, werden wir dafür sorgen das unsere Kinder und Kindeskinder in der uns heiligen und würdigen Weise überleben werden, wie es der Schöpfer für uns vorgesehen hat.

Folgende Organisationen anerkannten diese Resolution und gaben sie in ihren Versammlungen weiter:
National Congress of American Indians
Grand Governing Council of the American Indian Movement
Dakota, Lakota, Nakota Summit meeting
Weitere Informationen: Wilmer Mesteth, spiritual leader in Pine Ridge at
(605) 867-5245.
reprinted from Eyapaha, a newsletter in Manderson, SD serving the Oglala Lakota Nation on Pine Ridge Reservation. Printed with permission. Copyrighted 1993 All Rights Reserved, June 10, 1993, Vol.2/Issue 22
Übersetzung ins deutsche durch A. Adler: "Anmerkung dazu: Leider muss ich beobachten, wie genau diese Dinge, die in dieser Resolution angeprangert und verurteilt werden, in unserem Kulturraum ebenso stattfinden. Vielleicht nicht in genau derselben Weise, jedoch leider auch unter dem Deckmantel des 'Schamanismus'. Es erregt in mir Übelkeit, dies mitansehen zu müssen. Ich übersetzte diese Erklärung, weil ich dem schamanisch Interessiertem Leser damit klarmachen will, was Indianer zu dieser Entwicklung zu sagen haben. Die Stimme der Indianer wird hierzulande leider kaum gehört und leider wird im Kontext des "Schamanismus" immer häufiger indianische Spiritualität ausgebeutet. Dagegen wende ich mich, auch wenn ich keinem indianischen Stamme angehöre."

Dem kann ich nichts mehr hinzufügen.

Liebe Grüße
dina

Fuchsfrau Offline

Wesen der Natur


Beiträge: 365

12.08.2005 13:50
#4 RE:Vision Quest Antworten

Liebe Moonrivercat,

bewusst hab ich sowas noch nie gemacht... als Jugendliche und junge Erwachsene hab ich mich allerdings ab und zu mal in abgelegenere Bergregionen zurückgezogen - und - das hat mich sicher geprägt und meine enge Beziehung zur Natur gefördert... Jahre später entdeckte ich, während ich eine Geschichte schrieb, dass einer dieser Plätze ein sehr spezieller Kraftplatz für mich ist und ich bin dankbar dafür.

Ich suche nicht, weil so schon genug auf mich einströmt und mir das oft schon zuviel ist. Und - ja - es kommt eh immer grad das, was ansteht, auch daher...

Was Dina hier als Antwort kopiert hat - dem kann man echt nix hinzufügen. Es ist einfach schlimm, wie verantwortungslos manche Leute umgehen - denn sie fangen die Menschen ja nicht auf, die vielleicht Schaden durch ihre Bücher nehmen. Außerdem - ist es Diebstahl den Natives gegenüber.

Ich denke, auch in unserem Kulturkreis gibt es genügend Methoden der Reinigung und Läuterung. Ich liebe das Herbstheilfasten sehr und werde es heuer auf Samhain verlegen. Ich glaub aber - dass eigentlich nichts wirklich nötig ist... weder Fasten noch Suchen, auch wenn die ein oder andere Methode möglicherweise einen Entwicklungsprozess beschleunigt... doch wozu?

Manchmal mag ein Schock (was dir bestimmt auch einsam auf dem Berg manchmal passiert) notwenig sein... ich weiß nicht, wie ich das jetzt formulieren soll... angenommen, du meditierst und sperrst dich vielleicht gegen eine Erkenntnis... (ich hatte das mal mit einem Traum, den ich einfach nicht verstehen WOLLTE). Da bin ich dann beim Wandern an einer saudummen Stelle ausgerutscht und hatte kurz PANIK - und dann konnte ich den Trauminhalt akzeptieren und damit umgehen.

Hm... und, ein von mir sehr geschätzter Theologe sagt immer: "Der Geist weht, wo er will" und somit werden auch die Geister sich die Personen schon suchen, mit denen sie Kontakt haben wollen....

Herzliche Grüße ans Staufenmadl
von Lisa


Moonrivercat Offline

Kräuterkundige/er

Beiträge: 65

12.08.2005 13:57
#5 RE:Vision Quest Antworten

Liebe Freunde,

ich für meinen Teil habe nicht in Erwägung gezogen, eine Vision Quest zu machen. Mir scheint, das ist eine extreme Grenzerfahrung und wie Dina immer anfügt, gehört sicherlich auch der kulturelle Hintergrund dazu.

Von diesen Vision Quests in der Nähe von München habe ich erzählt, weil ich das eben auch immer als kommerzielle Verschandelung empfunden habe. Ich kann noch zusätzlich erwähnen, daß besagte Dame vor längerer Zeit einen Chat auf ihrer HP hatte und im Chat Meditation durch führte. Möge sich nun jeder selbst seinen Teil dazu denken.

Ich finde Dina's Beitrag sehr berührend und es ist meiner Meinung nach wichtig, daß man sich immer gut überlegt, inwieweit man sich in fremde "Gebiete" (hier gemeint die Traditionen anderer Kulturen) vorwagt. Auch wenn ich sozusagen einen Indianertick habe, weiß ich doch, daß wir in Europa genauso unsere kulturellen Wurzeln haben, die wohl zum größten Teil bei den Kelten und den anderen frühen Völkern liegen.

Ich glaube, daß indianisches, spirituelles Wissen nur zum kleinen Teil an uns heran getragen wird und das hat sicher seinen Grund. Vielleicht ist auch viel Wissen auf langen Wegen der "Zivilisation" verwischt und verloren gegangen. Wie auch immer, müssen wir uns offenbar unseren eigenen Weg erarbeiten. Aber das ist auch spannend, denn man kann so vieles entdecken, das nichts mit dem oberflächlichen Leben "da draußen" zu tun hat.

Alles Liebe
Moonrivercat

Moonrivercat Offline

Kräuterkundige/er

Beiträge: 65

12.08.2005 14:01
#6 RE:Vision Quest Antworten

Liebe Lisa,

unsere Postings haben sich jetzt überschnitten. Aber ich seh das auch so, daß wir eigene Wege hier haben, um vorwärts zu kommen. Und wenn man mal richtig guckt, gibts ja viel Brauchtum, das noch aus alten, vorchristlichen Zeiten stammt. Siehe die Buttenmandln (nur ein Beispiel).
Ich weiß auch gar nicht, ob so extreme Aktionen unsere Körper, die ja doch stark von der "Zivilisation" geprägt sind, überhaupt packen könnten.

das Staufenmadl
Moonrivercat

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