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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 1.136 mal aufgerufen
 Schamanismus
majun ( Gast )
Beiträge:

03.12.2006 19:24
intensive arbeit an sich selbst (erfahrungsbericht) Antworten

Es ist soweit.
Heute ist der Tag, an dem alles anders werden soll.
Kurz nach Vollmond- scheint günstig zu sein.
Schon die halbe Nacht konnte ich nicht schlafen.
Ich wusste, dass es heute sein muss.
Wenn ich in Zukunft glücklich sein will, dann muss ich heute dieses Ritual machen.
Gestern meldete sich überraschend ein lieber Freund, der mir das Angebot machte, zu helfen.
Ohne ihn wäre ich heute Morgen nicht fähig gewesen, es durchzuziehen.
Gestern machte er mir am Telefon Mut.
Die ganze Nacht dachte ich nach.
Und heute Morgen schob ich es vor mir her.
Schaltete den Fernseher ein, dachte an etwas anderes, lenkte mich ab…. Immer wieder Bilder von diesem Menschen, der mir so wehgetan hatte. Den ich so ignoriert habe in den letzten Monaten.
Wegschieben. Fernsehen.
Dann kann ich einfach nicht mehr im Bett bleiben. Draußen scheint die Sonne, blauer Himmel.
Ich stelle ein Bein aus dem Bett… und bekomme einen Heulkrampf.
So plötzlich, dass es mich selbst überrascht.
Ich setze mich auf die Bettkante und überlege bei mir: „Wenn ich dieses Ritual heute mache, dann heißt das, dass ich loslassen muss. Dass ich die ganze Kontrolle aufgebe. Dass ich vertrauen muss."
Ich weine und weine.
Ich gehe runter ins Wohnzimmer und sperre die Haustür zu, damit nicht eine Nachbarin plötzlich da steht und mich heulen sieht.
Ich setze mich an den Computer und will gerade weitermachen mit meiner Ablenkungs- Taktik, als das Telefon klingelt.
Ich nehme ab und der Freund von gestern ist dran.
Er fragt wie es mir geht und ich heule ihm was vor.
Ich kann das nicht.
Ich kann nicht verzeihen, ich kann nicht loslassen.
Ich habe so Angst meinen jetztigen Freund zu verlieren, wenn ich loslasse, dann gebe ich doch die Kontrolle auf, dann liegt es an den Geistern ob er bei mir bleibt oder nicht.
Nicht mehr an MIR.
Ich habe Angst.
Dabei ist das ein Trugschluss. Es liegt sowieso NIE an mir und meiner Kontrolle.

Aber das Ritual ist die einzige Möglichkeit, dass ich in Zukunft glücklich mit ihm werden kann.
Ich bin jetzt schanger, wir wollen heiraten. Und die Eifersucht macht alles kaputt.
Ich MUSS es machen.
Diesem Ex- Freund verzeihen. Mir selbst verzeihen. Mich entschuldigen, für das, was ICH ihm angetan habe, sodass es überhaupt so geworden ist.

Der Freund von gestern – noch immer am Telefon, redet eindringlich mit mir.
Ich schreibe mit: „Ich löse alle Bänder, Verstrickungen, Verknüpfungen, Eide, Schwüre und Flüche aus diesem Leben und aus allen früheren Leben“
„Ich entlasse Dich aus meinem Leben“
„Alles was Dir gehört zu Dir, alles was mir gehört zu mir“
So sei es.
JETZT.

Da steht es nun auf dem Zettel. Und ich habe aufgehört zu heulen und werde ruhiger.
Der Freund am Telefon sagt, dass ich eine starke Schamanin sei.
Bin ich das?
Manchmal fühle ich mich wie ein schreckliches NICHTS.

Ok.

Frisch gestärkt und voller Mut, schalte ich den Computer nach dem Telefonat ab, packe Räucherung in einen Lederbeutel, Räucherkohle, Zirbenholz, Drachenblut, Kräutersalz, Damiana und einen Sweetgrass-Zopf.

Ich ziehe einen dicken Pullover und meine Bergschuhe an, packe die Rassel ein, schnappe mir meine Unterlagsmatte und gehe aus dem Haus.
Den kurzen Weg runter zur Strasse, dann rechts zum Waldrand hinauf, die Wiese entlang bis zum Bach, und gehe langsam durch das dichte Dickicht, Schritt für Schritt vorantastend, um nicht auf eine Schlange oder einen Salamander zu treten.
Ich höre ein Rascheln hinter mir und bekomme Gänsehaut. Jemand geht mir nach. Ich drehe mich um. Nichts zu sehen.
Ich gehe weiter und befürchte, in dem hohen und dichten Buschwerk auf eine Schlange zu treten.
Meine Jeans sind durchnässt bis zu den Knien.
Dann erreiche ich den Eingang zur Schlucht.
Links und rechts steile Felswände, und ganz oben Bäume und der blaue Himmel. Der Bach rauscht aus dem Berg heraus. Klares Quellwasser.
Ich klettere über die Felsen, und gelange schließlich zu meinem Kraftplatz in der Schlucht.
Ich lege meine Unterlagsmatte auf den runden Felsen auf dem ich immer sitze, klettere vorsichtig über die Bachsteine um den Felsen herum, hüpfe über den Bach und sehe meinen Inukshuk (Mensch aus Stein) den ich für den Schluchtengeist gebaut habe.
Ich opfere ein Stück Melone und einen Apfel, und bitte die Geister um Hilfer.
Ich entzünde die Räucherung, ziehe mir den Rauch dreimal über den Kopf und bitte den großen Geist mir bei meiner Aufgabe zu helfen.
Ich ziehe den Rauch dreimal zu meinem Herzen und bitte darum, dass ich mein Herz handeln lasse.
Ich hole den Sweetgrass-Zopf hervor und zünde ihn an, und meine Gedanken werden mit dem Rauch nach oben geleitet. Ich erkläre, was mein Vorhaben ist. Meinem Ex-Freund zu verzeihen, um in Zukunft glücklich leben zu können mit meinem neuen Freund.
Ich streue mir das schwarze abgebrannte Sweetgrass auf meine Handfläche und verreibe es, und besiegle meinen Wunsch damit.
Dann setze ich mich mit meiner Rassel auf den Felsen und beginne zu reisen.
Mein Krafttier erscheint und sagt: „Ich habe jemanden mitgebracht. Du bekommst ein neues Krafttier dazu. Ich bleibe bei Dir, aber Du bekommst ein neues Tier dazu. Du brauchst es jetzt.“
Ich sehe einen Löwen vor mir. Er ist männlich und heißt „Sunda“.
Er hat eine prächtige Mähne, die etwas dunkler ist als sein restlicher honiggelber Körper.
Ich begrüsse ihn und zusammen machen wir uns auf den Weg zu meinem Ex-Freund.
Ich sehe ihn in einem hellen Zimmer im Bett liegen und schlafen.
Neben ihm liegt eine Frau mit kurzen schwarzen Haaren und er streichelt verschlafen ihren Kopf.
Die Sonne scheint zum Fenster rein, und als er mich und meine Krafttiere den Raum betreten sieht, schreckt er hoch und sitzt aufrecht im Bett. Die Frau schläft weiter.
Ich gehe auf ihn zu und sehe, dass ich meinen Kraftstab in der Hand halte.
Kurz schließe ich die Augen und klopfe mit dem Stab auf den Boden und sage: „Meine Kraft bleibt bei mir! Ich bin Schamanin!“
Dann öffne ich die Augen wieder, und sehe ihn an.
Mein Löwe steht neben mir, und das andere Krafttier sitzt etwas abseits und beobachtet uns.
Ich sage zu meinem Ex-Freund: „Ich bin gekommen um Dir zu verzeihen. Und um mir zu verzeihen. Und um Dich um Entschuldigung zu bitten für das, was ich Dir angetan habe, dass Du so geworden bist- dass alles so gekommen ist!“
Ich nehme ihn an der Hand und umarme ihn. Er schaut nur verblüfft, sagt aber nichts.

Dann sage ich: „“Ich löse alle Bänder, Versprechen, Schwüre, Eide, und Flüche, aus diesem Leben und aus allen früheren Leben. Ich entlasse Dich aus meinem Leben. So sei es. Jetzt.“
Und in diesem Moment sehe ich, wie die Schnüre und Tentakel die aus seinem Bauch heraus in meinen Bauch greifen sich auflösen und wir wieder zwei einzelne Menschen sind.
Ich umarme ihn noch einmal und verabschiede mich von ihm.
Ich sage: „Alles was Dir gehört zu Dir, alles was zu mir gehört, zu mir“.
Dann verlassen wir den Raum ohne uns noch einmal umzusehen.

Ich beende die Reise und streue Salz um die Stelle wo ich saß und um den Inukshuk herum.
Ich verbrenne den Zettel, auf dem ich alles aufgeschrieben hatte.
Ich sehe zu, wie die Flamme ihn auffrisst und atme den Rauch ein.
Alles verbrennt. Ich streue Salz darüber.

Ich bedanke mich bei den Geistern und streue Tabak in den Bach.
Die Geister sagen mir, dass sie meine Räucherung haben wollen. Also streue ich die ganze Falsche „Damiana“ in den Bach und sehe zu, wie es davonschwimmt.

Dann nehme ich einen Bergkristall den ich mitgebracht habe und das Foto von meinem Freund das ich ebenfalls mitgebracht habe.
Ich halte das Foto in die Luft und rufe die Geister. Ich stelle ihnen meinen neuen Freund vor.
Ich sage ihnen, dass ich diesen Mann heiraten werde und dass ich glücklich sein möchte mit ihm.
Dass ich ihn liebe und dass sie ihn sich ansehen sollen. Ich möchte ihn ihnen zeigen.
Ich singe mein Kraftlied für die Geister. Laut und mehrmals hintereinander.
Ich fühle, wie rund um mich die Geister der Schlucht, der Bäume, des Berges, des Wassers und der Felsen sich versammeln und mich beobachten.
Ich konzentriere mich auf meinen Wunsch, und lege den mitgebrachten Bergkristall in den Bach, sodass die Energie dorthin fließt, wohin sie fließen SOLL.
Das Wasser lenkt die Energie.

Dann packe ich zusammen und verlasse die Schlucht.
Als ich aus der Schlucht hinauskomme höre ich die Vögel laut in den Bäumen zwitschern.
Ich bin völlig durchnässt und schmutzig und ungekämmt und ich schmunzle über den Gedanken, dass mich meine Nachbarn jetzt so sehen könnten.
Die Sonne scheint mir ins Gesicht und der Himmel ist herrlich blau. Eine einzige kleine Wolke grüsst mich.
Ich gehe zurück.
Und als ich wieder das Haus betrete, erscheint mir alles nur noch wie ein Traum.
Als wäre das eben gar nicht real gewesen.

Ein neuer Abschnitt beginnt.
Ein Löwenherz schlägt in mir.

_________________


einen tag später.


eine erkenntnis:
kontrolle ist illusion.
letztendlich entscheiden doch die geister.
ich kann niemanden festhalten und kontrollieren.
ne weile vielleicht.
und dann wenn der gummi überspannt wird, schnalzt er zurück und mir auf die pfoten.
*jauuuuul*

hamma wieda was dazugelernt....

_____________________

es geht weiter:

in den nächsten tagen möchte ich gleich weiter machen.
ich möchte mit dem löwen zurück gehen zum ursprung dieses gefühls- dem "abgewiesen werden"- der eifersucht.
ich möchte wissen, wann in meinem leben es das erste mal kam, was ich zu dieser zeit von der welt dachte, und wofür es gut war, wem es genützt hat und was ich daraus lernen musste.
ich möchte wissen, wo der ursprung liegt.
wie alt ich war, als es geschah, wer mit mir zusammen war, welche gedanken mir durch den kopf gingen, was ich für gefühle hatte.
welche entscheidungen ich damals getroffen habe über mich und die welt.
und ich will wissen, welche gedanken von damals heute noch teil meines glaubens-systems sind.

Oder auch ganz einfach: Was habe ich in der Situation über mich, die Menschen und
die Welt gelernt?

diese fragen hat mir ein psychologe zukommen lassen, der im NLP etwas ähnliches mit bildern macht, wie ich es bei der reise gemacht habe.
wir suchen jetzt noch den ursprung und werden dann wenn ich es gefunden habe und die fragen beantwortet habe, den dritten teil der ganzen übung machen.

schön langsam krieg ich alles zusammen.

ich möchte an dieser stelle noch erwähnen, daß ich ähnliche rituale (alle zum selben thema) schon öfter gemacht habe, und daß ich weder sagen könnte, daß sie mein problem sofort gelöst hätten, aber auch nicht, daß sich nichts geändert hätte.
es sind immer wieder schritte in die richtige richtung.

viele kleine schritte.
und eines tages werde ich vielleicht den letzten schritt gemacht haben ohne es gemerkt zu haben. oder es kommt etwas neues auf mich zu.

ganz egal. das leben bleibt in bewegung, ich bleibe nicht stehen, ich gehe weiter.
was auch kommt.

als ich einige leute mal bat, ein wort für mich zu finden, da hat eine freundin gesagt: "unverwüstlich".
das gefällt mir.

dazu passt einer meiner lieblings-sprüche:

es ist keine schande hinzufallen. aber es ist eine schande, liegen zu bleiben!"
________________________

ich habe gestern die reise zurück gemacht. zum ursprung meines problems.
dazu hat mir ein befreundeter psychologe (der meine schamanischen reisen recht interessant findet und etwas ähnliches NLP /neuro-linguistisches programmieren) nennt- gestern fragen geschickt.
diese fragen hab ich genommen und bin damit in die geistwelt gegangen.


"Wie alt bist du, als das geschah?"

höchstens ein paar wochen....

Wer ist mit dir zusammen?

niemand.
ich liege alleine in meinem bettchen im wohnzimmer meines elternhauses und
schreie und schreie und schreie- bis ich blau anlaufe und fast ohnmächtig
werde.
ich höre, daß meine eltern im nebenzimmer sex haben- das bett quietscht
genauso wie bei meinem ex-freund wenn er sich selbst befriedigte. ich höre
das bett quietschen. ich weiß, daß sie da sind. aber sie kommen nicht rüber
zu mir.
dann ist es still- sie schlafen- und vergessen mich einfach.

Welche Gedanken
> gehen dir durch den Kopf?

ich bin alleine.
die welt ist riesig groß und ich bin absolut alleine.
die lassen mich absichtlich alleine.
sie hören mich schreien und kommen nicht.
sie lassen mich einfach alleine.


Was hast Du für Gefühle?
todesangst.
was, wenn sie mich komplett vergessen haben?
wenn sie nie wieder kommen?
wenn ich hier sterbe?


Welche Gedanken und
> Entscheidung über dich selbst hast Du getroffen?

ich bin völlig wertlos.
unnütz
ungewollt
ungeliebt.



Welche Entscheidung, das Leben
> betreffend trafst du? Welche Gedanken sind heute noch Teil deines
> Glaubensstems?"

dazu muss ich nochmal extra reisen, darauf hab ich keine antwort bekommen im
moment....


> Oder auch ganz einfach: Was hast Du in der Situation über Dich, die
> Menschen und die Welt gelernt?

du bist abhängig vom wohlwollen anderer.
dein leben hängt davon ab, ob dir jemand hilft oder nicht.
ob dich jemand liebt oder nicht.

PS: jetzt im nachhinein, denke ich, daß das auch mit meinem problem
zusammenhängen könnte, daß ich sehr oft auf die hilfe von anderen menschen
angewiesen war in meinem leben, daß ich sehr oft durch die hilfe von anderen
leuten wieder fuss fassen konnte in der gesellschaft- weil ich selber es nie
geschafft habe, arbeiten zu gehen, (abgesehen von der lehre) ich wollte nie
richttig arbeiten, mache eben nur meine bilder und bücher und seminare- fast
alles bringt kein geld ein- ich mach es ja nicht gewerblich und verlange nur
spenden....
ich bin dauernd im minus am konto, lebe immer so am existenz-minimum....
___________________________

es soll weiter gehen.

ich soll zurück zum ursprung des problems- also in mein bettchen im wohnzimmer des elternhauses.
ich gehe aber als erwachsene majun zurück.
ich werde das baby streicheln und trösten und füttern und werde die eltern vielleicht wecken und ihnen sagen, daß sie das baby ins zimmer stellen sollen- es stört nicht.
ich werde den eltern verzeihen. sie haben es nicht besser gewusst.
und ich werde dann die ganzen ansichten, die ich damals hatte mal begutachten, und die zeit-linie vorwärts gehen und schauen, in welchen situationen sie zum tragen kamen und mein leben beeinflusst haben.

und dann werde ich diese ansichten ändern.
werde anstelle von den negativen ansichten, neue, positive ansichten erstellen, die ich habe, sobald das bettchen im zimmer der eltern steht und ich mich als baby nicht mehr verlassen fühle.
ich werde mir die ganze linie nochmal ansehen, wie es gelaufen wäre, wenn ich im zimmer bei den eltern gewesen wäre und keine angst gehabt hätte.

und ich werde diesen "anker" den ich damals gesetzt habe, mitnehmen, und einen neuen anker setzen.

diese ganzen grundsätze die ich damals gehabt habe, sind heute unnötig, unwichtig, falsch und völlig sinnlos in meinem erwachsenen-leben!
ich brauche sie jetzt nicht mehr.

pffff...
ganz schön viel arbeit....

____________________________

30. November Nachts:

Ich habe seit zwei Tagen Blasenentzündung und kann kaum laufen vor Schmerzen.
Wieder mein altes Thema „loslassen“.
Vor wenigen Tagen war ein lieber Freund zu Besuch der Psychologie studiert hat.
Mit ihm zusammen haben wir ein Bild geschaffen, das zeigen soll, wie mein Muster der Eifersucht und Kontrolle aussieht.
Ich beschrieb es als Glasbrücke, die einstürzt wenn man einen Fuß drauf setzt.
Ich brauche diese Glasbrücke (die Kontrolle) nur, um das Gefühl zu haben, da KÖNNTE ich drüber gehen. Eine reine Illusion.
Mein Freund fragte, ob ich wirklich loslassen will und ich sagte „Nein“- was ihn ziemlich überraschte. Aber die Angst davor, dann in der Luft zu hängen und mich nirgends mehr festhalten zu können, keinen Grashalm mehr zu haben (keine Glasbrücke) ließ sofort Panik in mir entstehen.
Die Glasbrücke gibt mir also Sicherheit.
Er fragte mich, wodurch man die Glasbrücke ersetzen könnte. Also was ich an Stelle der Kontrolle und des fest klammerns brauchen würde, um die Glasbrücke zu ersetzen aus solidem, festem Material, das auch trägt.
Und da sagte ich, ich bräuchte „Vertrauen“- aber das könne halt nur sehr langsam entstehen. Das geht nicht von einem Tag auf den anderen.

Kurz darauf habe ich mit meinem Freund Tarot Karten gelegt und wir fragten wo unsere Beziehung steht.
Bei diesem „Spiel“ zieht man 12 Karten und mischt dann die Karte „der Narr“ darunter.
Wir legten die Karten nacheinander auf den Tisch. Alles was VOR dem Narren kommt ist schon vorbei und erledigt, alles was NACH dem Narren kommt steht noch bevor.
Bei unserem „Spiel“ lagen 10 Karten bereits hinter uns. Dann kam der Narr (unsere Beziehung) und es folgten nur noch ZWEI Karten: „Der Turm“ und „Die Liebenden“.
Der Turm spricht von Zusammenbruch alter Werte und Neubeginn. Er zerstört alles was im Jetzt nicht mehr nützt, sondern nur schadet. Und dadurch entsteht Neues.

Dazu ein Sprüchlein das mir heute eine liebe Freundin zum Thema gesagt hat:

„Du glaubst, dass man dich verletzt,
dabei ist gestern doch nicht Jetzt,
die alten Zeiten sind vorbei,
das Kind in dir sagt:
„Lass mich frei!“


Heute Morgen fühlte ich mich als könnte ich nie wieder lachen, als wäre gestern alles zusammengebrochen was mir Halt gegeben hat.
Die schlaflose Nacht spürte ich in allen Fasern meines Körpers, ich hatte noch die Heulkrämpfe bildlich vor mir und die Angst ich könnte dadurch mein Kind im Bauch verlieren.
Ich setzte mich dann eine Weile meditierend vor meinen Altar um ruhiger zu werden innerlich.

Gerade eben erinnerte ich mich dann an eine Arbeit die mir ein befreundeter Heilpraktiker gezeigt hat.
Man stellt sich an ein Ende des Raumes und sieht einen Weg vor sich.
Am Ausgangspunkt fragt man: „Wie fühlt sich Dein Körper“? Man fühlt in sich rein, beschreibt, wie sich Beine, Bauch, Schultern, usw…. fühlen.
Dann wird das Herz befragt was es fühlt, danach der Kopf.
Hat mal alles ausgiebig betrachtet und gespürt, macht man einen Schritt nach vor.
So lange, bis alles wieder gut ist.

Ich habe mich also hingestellt und folgende Schritte gemacht:

1)
(Ich stehe am Ausgangspunkt meines Weges)

Meine Füße sind schwer- wie in Beton gegossen. Ich könnte gar keinen Schritt machen. Unbeweglich. Völlig erstarrt. Geschockt. Ich stehe vor einem Abgrund.
Alles ist schwer. Füße sind schwer, Hände sind schwer, die Hüfte, die Schultern werden von einer Last nach unten gedrückt.
Um meinen Kopf sehe ich Nebel.
Ich spüre Traurigkeit in meinem Solarplexus. Sie drückt von innen und raubt mir Energie.
Das Herz sagt: „DU KANNST FLIEGEN!“
Der Kopf sagt: „Es wird so werden, wie es immer war. Es fängt an mit Bildern und Sex- Zeitschriften, dann Pornos, dann Frauen- er wird fremdgehen, die Beziehung wird kaputt sein, Du wirst mit drei Kindern alleine dastehen.
Alles wird kaputt.


2)
(Ich mache einen Schritt nach vorne)

Meine Füße sind in Beton. Sie sind schwer.
Die Traurigkeit im Solarplexus lässt nach aber die Angst ist noch da. Der Nebel um meinen Kopf lichtet sich, ich sehe klarer.
Mein Herz sagt: „FLIEG DOCH ENDLICH!“
Mein Kopf sagt: „Wir sind auf der Erde. Erde bedeutet Körperlichkeit. Und Körperlichkeit bedeutet, dass man Schmerzen empfindet. Das gehört nun mal dazu.“

3)
(Ich mache wieder einen Schritt nach vorne)

Meine Füße sind eingeschlafen. Ich spüre sie nicht mehr. Der Körper wird leichter und beweglicher. Ich atme tief durch und hole Luft.
Das Herz sagt: „Das wird schon. Mach dir keine Sorgen!“
Der Kopf sagt das Selbe.
Zum ersten Mal sind Kopf und Herz einer Meinung. Das überrascht mich. Hatte ich lang nicht mehr…

4)
(Wieder ein schritt nach vorne)

Meine Füße kribbeln und wachen langsam auf. Ich spüre Nervosität. Habe den Drang nach hinten zu schauen um zu sehen was ich schon alles hinter mir gelassen habe.
Ich fühle mich freier und beweglicher.
Mein Herz sagt: „Dein Freund ist genau der Richtige für Dich! Mit ihm wirst Du glücklich werden! Er ist das Beste was Dir passieren konnte! Schau nach vorne!“
Mein Kopf sagt:“ Alles ist gut. Schau bloß nicht mehr zurück!“

5)
(Letzter Schritt- ich stehe vor dem Wohnzimmerfenster und sehe raus auf den Fluss)

Körper, Herz und Kopf sagen: „ES FLIESST!“





„Leicht und mühelos lasse ich das Alte gehen
und heiße das Neue in meinem Leben willkommen.
Ich bin in Sicherheit“

(Luisa Hay zum Thema Blasenentzündung)
__________________________________________


boah.
es ist überstanden....


also:

die wege zur erkenntnis sind oft so einfach unkompliziert, daß man sie glatt übersieht.

ich verrate euch etwas.

es geht um die bilder die sich männer so reinziehen.

mich hat das völlig fertig gemacht. ich fühlte mich weggeschoben, ungenügend, ersetzbar (zumindest sex ist ersetzbar dachte ich)... es hat mich sooo verletzt- ich war wütend, es hat weh getan.

und heute haben wir den ganzen tag darüber geredet.

mein schatz ist ja geduldig mit mir.

und wisst ihr was dabei raus kam?

wenn ich jetzt drüber nachdenke muss ich ja grinsen.

also:

mir hat folgende aussage geholfen:

die frauen auf den bildern benützt er- sie sind mittel zum zweck.

mich aber LIEBT er.
mich benützt er nicht.

sowas in der art wie: "du bist die königin, die anderen sind nur da um bedürfnisse zu befriedigen"


das hat mir geholfen.

es ist weg.

die angst ist weg.

die eifersucht ist weg.

wenn ich jetzt so ne frau sehe muss ich grinsen und fühl mich stark..

krass.
DAS WAR ALLES.

da lag der knackpunkt.

_________________________

manchmal wenn man durch die hölle geht,
dann kommt ganz hinten,
ganz am ende der hölle ein licht,
und wenn man es schafft bis dahin durchzuhalten
und sich treu zu bleiben
und nicht aufzugeben,
egal was kommt,
dann erreicht man ein land,
das ist so schön,
daß man es nicht mit worten beschreiben kann,
sondern nur mit tränen der freude.


es ist überstanden.

es ist heil.


majun

majun ( Gast )
Beiträge:

03.12.2006 19:29
#2 RE: intensive arbeit an sich selbst (erfahrungsbericht) Antworten

PS: das alles hat nun etwas mehr als zwei jahre gedauert.
mehr als zwei jahre in denen ich immer wieder komplett zusammengebrochen bin, neu geboren wurde, herumgeschleudert wurde, zweifelte und heulte und mich wehrte und mich dann doch wieder aufrappelte und weitermachte und nie aufgegeben habe.

und ich kann nun aus eigener erfahrung das bestätigen, was mir mein lehrer georg gschwandler schon vor langer zeit sagte: daß schamanismus bestimmt nichts ist, was mit licht und liebe und bauchpinselei zu tun hat, sondern es bedeutet durchzugehen, und alles zu spüren, alles zu hinterfragen, zu sehen, zu atmen, zu leben.
schamanismus bedeutet, daß man nicht nur den baum sieht oder angreift oder spürt, sondern daß man selber zum baum WIRD.

ich möchte mich an dieser stelle aus ganzem herzen bei den geistern bedanken.
und bei den menschen, die mir geholfen haben die vielen kleinen schritte zu machen, sodaß ich heute endlich ankommen durfte.

majun




Sabin die Waldfee Offline

Wesen des Waldes

Beiträge: 2.601

03.12.2006 19:33
#3 RE: intensive arbeit an sich selbst (erfahrungsbericht) Antworten
Jallo Majung diesen Bericht hattest du schon einmal hier online gestellt
zwar etwas kürzer aber doch fast das gleiche soll ich den anderen löschen oder war es absicht zweimal das selbe zu posten LG Sabin
Dein andere Bericht
http://24570.dynamicboard.de/t1557f27-er...n-geistern.html
----------------------------------------------------------------------------------------------------
Lebe mit der Natur im Einklang Du wirst hören was dir die Naturgeister erzählen und sie im Sonnenlicht tanzen sehen. Ein wunderbares Gefühl wird in Dir wach.
Sabin die Waldfee

majun ( Gast )
Beiträge:

03.12.2006 19:40
#4 RE: intensive arbeit an sich selbst (erfahrungsbericht) Antworten

du kannst den anderen löschen, ich hab hier alle fortschritte dazugeschrieben- das ist also der komplette bericht- mit fortsetzung und ende. :-)

danke!

majun

Fuchsfrau Offline

Wesen der Natur


Beiträge: 365

03.12.2006 20:08
#5 RE: intensive arbeit an sich selbst (erfahrungsbericht) Antworten

In Antwort auf:
und ich kann nun aus eigener erfahrung das bestätigen, was mir mein lehrer georg gschwandler schon vor langer zeit sagte: daß schamanismus bestimmt nichts ist, was mit licht und liebe und bauchpinselei zu tun hat, sondern es bedeutet durchzugehen, und alles zu spüren, alles zu hinterfragen, zu sehen, zu atmen, zu leben.
schamanismus bedeutet, daß man nicht nur den baum sieht oder angreift oder spürt, sondern daß man selber zum baum WIRD.

Liebe Majun,

auch wenn man kein Schamane ist oder sein will oder... ist dieser Weg, der nicht immer einfach ist, oft sogar das Gegenteil, der einzige, wirklich zu leben. Genau hinzuschaun, spüren, zulassen, fließen lassen, weinen, lachen, lieben, hassen, dran bleiben, hinfallen, aufrappeln...

Werden und Wachsen bis zum letzten Atemzug. Ich denke, das geht eh nur, weil dazwischen ja auch die Phasen der Erholung sind, der Kraft und des Tanzes, das Lagerfeuer und die Sterne, Menschen, die wir lieben und sie uns und und und....

Leben ist Veränderung und die ist nicht immer angenehm, aber oft schon, lach

Grüße von Lisa

 Sprung  
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