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Dieses Thema hat 3 Antworten
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 Götter - Alte Kulturen
Sabin die Waldfee Offline

Wesen des Waldes

Beiträge: 2.601

22.01.2005 11:04
SEDNA Antworten

SEDNA
Meeresgöttin
Alte des Meeres
Königin der Tiefe
Königin der Stürme
Mutter aller Meergeschöpfe

Sedna, auch Nuliajuk genannt, ist die wichtigste Göttin der Inuit. Ihre Gefährten sind die Robben und Wale, die gemeinsam mit ihr am Meeresboden sitzen. Sie ist in jedem Wassertropfen gegenwärtig und in jedem Fisch.

Die Inuit verehren Sedna als jene Göttin, die ihnen alle Jagdtiere bereithält - oder auch vorenthält - wenn sie ihre Gebote missachten. Sedna entscheidet, welches ihrer Tiere gefangen und gegessen werden darf und welches ihrer Tiere verschont werden muss. Sie mahnt die Jäger, nicht mehr zu fischen, als sie essen können. Über sinnloses Abschlachten ihrer Tiere wird sie sehr ungehalten: Dann entzieht sie den Überfluss aus den Netzen der Fischer und lässt das Meer toben und schickt einen gewaltigen Sturm. Oder sie holt einen Jäger oder eines seiner Familienmitglieder mit hinunter in die Tiefe. So verleiht Sedna ihrem Groll und ihrem Ärger Ausdruck. Deshalb sollten vor allem Jäger großen Resepkt vor ihr haben und sie ehren. Wenn schon lange kein Fang mehr gemacht wurde und die Inuit zu hungern beginnen, dann schicken sie ihren Schamanen zu Sedna, um sie zu besänftigen. Dazu muss der Schamane zu ihr hinunterschwimmen und ihr langes schwarzes Haar kämmen - das hat sie gern und beruhigt sie. Wenn die Sache gut gemacht wird, dann erlaubt sie den Inuit, von den Tieren des Meeres zu essen, die Jagd wird also erfolgreich sein. Wenn ein Jäger dann eine Robbe fängt, dann soll er etwas Wasser in das Maul des Tieres fallen lassen, als Geste des Dankes an Sedna und ihre Güte, dass sie ihm gestattet, mit ihren Tieren seine Familie zu nähren.


Sednas Geschichte handelt von Vertrauen, Schmerz und Verrat. Besonders der zweifache Verrat ihres Vaters hat mich sehr berührt. Am Anfang der Geschichte ist Sedna noch in der Lage, diverse freiende Männer abzulehnen. Doch dann ändern sich die Machtverhältnisse. Der Vater scheint über die Fähigkeiten seiner Tochter bestens Bescheid zu wissen ("kocht und näht gut - prima Hausfrau", ich nehme an, sie führt ihm den Haushalt). Er verschachert seine Tochter wie ein Stück Vieh an den nächstbesten Mann, der des Weges kommt, einen Fremden, was ich mit einiger Mühe noch als 'guten Willen' des Vaters durchgehen lassen könnte: Er möchte nicht, dass seine Tochter hungern muss, und der Fremde sieht gut gekleidet und gut genährt aus und der Vater möchte Sedna gut versorgt wissen und er weiß ja nicht, dass der Fremde nicht gut zu Sedna sein wird. Gegen ihren Willen übergibt er sie dem Fremden. Als sie sehr unglücklich ist und nach ihrem Vater ruft (offenbar hat sie immer noch Vertrauen zu ihm!), bereut dieser zwar seine Tat und möchte seine Tochter wieder zurückholen. Doch hier passiert der zweite Verrat, den ich noch viel schlimmer als den ersten finde: Anstatt sie vor den Angriffen des Vogels (=ihrem Mann)zu schützen, gibt er sie nicht nur preis, sondern stößt sie sogar höchst persönlich aus dem Kajak und schlägt mit dem Paddel auf sie ein, um sein eigenes Leben zu retten. Er hat ihr Vertrauen missbraucht. Der Schmerz und die Wut über diesen Verrat erhalten Sedna am Leben - sie stirbt nicht, sondern macht eine Verwandlung durch: Aus der jungen Frau, die gutmütig und vertrauensselig von ihrem Vater überrumpelt und verraten wird, wird eine zornige, mächtige Göttin...

LG Sabin
http://ww.frauenwissen.at

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Lebe mit der Natur im Einklang Du wirst hören was dir die Naturgeister erzählen und sie im Sonnenlicht tanzen sehen. Ein wunderbares Gefühl wird in Dir wach.
Sabin die Waldfee

SEDNA ( Gast )
Beiträge:

22.01.2005 12:03
#2 RE:SEDNA Antworten

Sedna war einst eine schöne Frau, die mit keinem der vielen Verehrern die um ihre Hand anhielten zufrieden war.
Als eine Möwe um sie warb, und ihr einen reich gedeckten Tisch und viele Bedienstete versprach, ging sie mit, um mit dem Vogelmenschen zu leben. Anstatt des versprochenen Reichtums, wurde sie gezwungen, in Schmutz und Dreck zu leben. Als ihr Vater sie besuchte, flehte sie ihn an, er möge sie wieder mit nach Hause nehmen über das Meer.
Als die Vogelmenschen sie auf der Heimfahrt verfolgten wollte, der Vater sein eigenes Leben retten und stieß Sedna über Bord. Sie versuchte zurück in das Boot zu klettern, doch der Vater schnitt ihr die Finger ab. Sednas abgeschnittene Finger verwandelten sich in Fische und Meeressäuger.

Aus dem Buch "GÖTTINNEN Geflüster" Mit Orakel und Ritualen zur eigenen Kraft- von Amy Sophia Marashinsky, erschienen im Schirner Verlag

sedna

PS: danke sabin, für die ausführliche info, soviel wusste ich ja selber gar nicht.
aber irgendwas war da noch mit elstern... hab ich mal gelesen. ich such noch weiter...

als sich erkenntnis in meinem bewusstsein ausbreitete,
wuchsen fische und meeressäuger aus meinen abgeschnittenen fingern, ich wurde zu nahrung, wurde SIE, die für ihre gemeinschaft sorgt, nicht länger opfer.
(aus der legende von sedna)

Sabin die Waldfee Offline

Wesen des Waldes

Beiträge: 2.601

22.01.2005 12:35
#3 RE:SEDNA Antworten

Na dann bin ich gespannt was DU uns noch zu berichten hast über Sedna
:-) LG Sabin
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Lebe mit der Natur im Einklang Du wirst hören was dir die Naturgeister erzählen und sie im Sonnenlicht tanzen sehen. Ein wunderbares Gefühl wird in Dir wach.
Sabin die Waldfee

SEDNA ( Gast )
Beiträge:

23.01.2005 01:37
#4 RE:SEDNA Antworten

in der folgenden geschichte spielt sedna auch eine kleine nebenrolle...
diese geschichte hat mir nijanani novalinga erzählt, sie ist die frau von meinem inuit-lehrer augiak.
die beiden sind in der hudson bay in alaska geboren, und später nach canada gezogen.
ich kenne nijanani und augiak seit 10 jahren, sie haben mich mehrere male hier in österreich besucht, und ich durfte im jahr 2000 zwei wochen bei ihnen im wald verbringen, wo sie ganz versteckt in der wildnis ihr zedernhaus stehen haben.
1998 bekam ich von augiak novalinga meine einweihung durch eine bären-zeremonie...
er ist für mich ein lieber freund und lehrer, vor allem aber ein wunderbarer speckstein-schnitzer und geschichten-erzähler, seine sprache "inuktituk" hört sich wunderschön an, auch wenn nijanani übersetzen muss.

in der geschichte geht es auch um inukshuk- den stein-menschen, diese stein-figuren sind oft tausende jahre alt und bis zu 30 meter hoch. man findet sie heute noch überall im eismeer von "nunavut", wie die inuit ihr land nennen- zu dem wir alaska sagen.

inukshuks sind wegweiser, sie zeigen mit den armen dorthin, wo karibu-herden leben, oder haben löcher in ihrem bauch, durch die man zu einem anderen inukshuk sieht. sie sind verbindungslinien, sie zeigen "hier war schonmal jemand", sind wegweiser um den inuit, wenn sie auf jagd sind, den weg aus dem eismeer zu weisen- oder auch nahrungsquellen, denn in manchen findet man gertocknetes fleisch und andere trockennahrung, die dort für die nachkommenden aufbewahrt wird.

sie sind zeugen von den ahnen und es heißt, wenn ein inukshuk zusammenbricht, der für ein dorf gebaut wurde, dann wird dieses dorf aussterben. so war es bei augiaks dorf, das heute nicht mehr existiert.

hier die geschichte vom "amaruq"

Amaruq

Es war einmal ein Jäger der sehr stark war. Er war so, wie die, die ihn großgezogen hatten. Er war "Amaruq".
Er jagte jeden Tag. Er hatte sehr viel Fleisch, aber er hatte niemanden, mit dem er es teilen konnte.
Die Wölfe entschieden, daß Amaruq ein Mensch sein mußte. Und die Menschen entschieden, daß er ein Wolf sein mußte, da er bei den Wölfen aufgewachsen war.
Und so lebte er einsam und alleine, weder Freund noch Feind für irgendwen.
Als er älter wurde, sehnte er sich immer mehr danach, mit anderen Menschen zusammen zu sein. Manchmal beobachtete er sie, versteckt hinter einem Felsen. Wenn die Menschen ihn bemerkt hätten, wären sie vor ihm davongelaufen, weil er zu sehr Wolf war.
Und so war Amaruq sehr alleine und sehr traurig.
Geduckt robbte er durchs Unterholz um die Wölfe beobachten zu können, doch wenn sie ihn gesehen hätten wären auch sie davongelaufen, weil er zu sehr Mensch war.
Eines Tages ging er ans Meer, wo er ein Mädchen beobachtete, das einen Korb flocht.
Das Mädchen hieß "Sedna".
"Warum weinst Du?" fragte sie ihn. "Ich weine weil ich alleine bin. Keiner will mir nahe kommen, weil ich weder Mensch noch Tier bin."
"Ei," sagte Sedna, "ich könnte Dir helfen!"
Amaruq schaute ihren -halb- Wasser, halb- Mensch- Körper an. Ein kleiner Hoffnungs- Schimmer setzte sich in seinem Herzen fest.
Sedna war die Göttin des Meeres. Sie hatte unbeschreibliche Kräfte, und war imstande ihm zu helfen.
"Was muß ich tun, liebe Sedna?" fragte er.
"Du mußt mir Deine Seele geben, und dafür werde ich Dich zum Freund aller Menschen machen. Sie werden Dich aufsuchen, wenn sie Schutz brauchen, sie werden Dich bewundern, zu Dir aufblicken, Dich respektieren und verehren. Es ist nur eine Kleinigkeit, um die ich Dich bitte und denke nur, wieviele Freunde Du dann haben wirst !"
Amaruq dachte nur eine Sekunde über Sednas Angebot nach. Was habe ich schon, dachte er sich- Keine Freunde- niemanden !
"Ich werde Dir meine Seele geben, wenn Du mich zum Freund aller Menschen machst" sagte er schließlich.
Und in dem Moment, in dem er es aussprach, spürte er, wie sich seine Muskeln verhärteten und steif wurden, er sah an seinem Körper runter und sah, daß er zu Stein wurde.
Da stand er nun, seine dicken Beine verbunden mit der Erde, seine Arme ausgestreckt.
Er versuchte zu sprechen, doch es gelang ihm nicht. Er konnte nur hören und sehen.
Sednas Kichern und Lachen dröhnte über das Wasser, als sie in die Unterwelt des tiefen, tiefen Wassers abtauchte.
Amaruq stand am Ufer und wünschte sich, er hätte sich niemals auf diesen Pakt mit Sedna eingelassen.
Doch in diesem Moment kam eine Gruppe Jäger. "Schau nur ! Schau!" riefen sie sich zu. "Ein Mensch aus Stein- Inukshuk!"
Amaruq hatte letztendlich viele Freunde. Es war nicht ganz so, wie er es sich vorgestellt hatte, aber Sedna hatte ihr Wort gehalten.
Die Inuits (Eskimos) verehren und respektieren ihn, sie kommen zu ihm um Schutz zu suchen, und auch wenn er nicht mit ihnen sprechen kann, so kann er sie doch hören und sehen.

sedna
als sich erkenntnis in meinem bewusstsein ausbreitete,
wuchsen fische und meeressäuger aus meinen abgeschnittenen fingern, ich wurde zu nahrung, wurde SIE, die für ihre gemeinschaft sorgt, nicht länger opfer.
(aus der legende von sedna)

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