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Dieses Thema hat 23 Antworten
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 Kräuterwiese
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Sabin die Waldfee Offline

Wesen des Waldes

Beiträge: 2.601

10.01.2005 22:28
Die Mistel Antworten

Die Mistel:
Geschichte:
 Nach griechischer Mythe öffnete Persephone mit dem magischen Zweig der Mistel die Pforten der Unterwelt, ebenso wie Äneas.
 Der germanische Dämon Loki tötete den Gott Balder.
 Für die Gallier war die Mistel eine heilige Pflanze. Plinius: "Die Priester der Gallier, die Druiden, kennen nichts Heiligeres als die Mistel und den Baum, worauf sie wächst, besonders wenn dieser eine Eiche ist. Sie verehren den Baum aufs Höchste und betrachten alles, was darauf wächst als Himmelsgabe und als ein Zeichen, dass dieser Baum von dem Gott selbst auserwählt sei. Man trifft die Mistel aber nur selten auf der Eiche, und wenn man sie findet, wird sie mit großer Feierlichkeit geholt, vor allem am sechsten Tag vor dem Neumond. ... Sie (die Druiden) heißen in ihrer Sprache die Mistel die Alles Heilende. Nachdem sie unter dem Baum die gehörigen Opfer und Mahlzeiten veranstaltet haben, führen sie zwei weiße Stiere herbei, deren Hörner bekränzt werden. Der Priester, mit weißem Kleide angetan, besteigt den Baum und schneidet mit goldener Sichel die Mistel ab. In einem weißen Mantel wird sie aufgefangen. Dann schlachten sie die Opfertiere mit dem Gebet, die Gottheit möge ihre Gabe denen günstig werden lassen, die sie damit beschenkt haben. In den Trank getan, solle die Mistel alle unfruchtbaren Tiere fruchtbar machen und ein Heilmittel gegen alle Gifte sein."
Aussehen und Vorkommen:
 die Mistel ist ein Halbschmarotzer. Sie wächst auf Kiefern, Tannen, Pappeln und Obstbäumen, aber nur sehr selten auf der Eiche.
Anwendung und Wirkung:
Magische Wirkung:
 im Volksglauben gilt die Mistel als Unheil und Hexen abwehrend. Aus der Mistel wurden Paternoster gemacht, in Silber gefasst und als Amulette verkauft. Bis in unsere Zeit hat man in manchen ländlichen Gegenden Mistelamulette "wider die Berufung und den bösen Blick" getragen.
 Als glückbringende Pflanze findet sie sich in alten siebenbürigischen Hochzeitsbräuchen.
 In der französischen Schweiz war es früher Sitte, dass die Braut einen Kranz aus Weizenähren, Eisenkrautblüten und Mistelzweigen trug. Mistelgrün bringt immer und überall Glück.
 In England ist es Sitte, eine Mistel an Weihnachten an der Zimmerdecke aufzuhängen. Das Mädchen, das "zufällig" unter einem solchen Mistelbusch von einem Mann angetroffen wird, muss sich von diesem küssen lassen.
 Dank ihrer magischen Kraft wehrt die Mistel, am Stallgebäude und über der Stalltüre angebracht, nach altem bäuerlichen Aberglauben die Druden, verhindert Viehseuchen und erleichtert das Kalben. Mistelzweige, die in der hl. Nacht an die Obstbäume gebunden werden, schützen sie vor Hagel-, Blitz- und Ungezieferschaden.
 Auch als Wünschelrute, mit der man Diebe bannen, Schlösser sprengen und Schätze auffinden konnte, galt die Mistel.
 Bereits im Mittelalter schnitzte man aus Mistelholz Rosenkränze.
Heilwirkung:
 mild blutdrucksenkend, leicht immunstimulierend
 die Mistel wird zur Unterstützung bei erhöhtem Blutdruck in Kombination mit Weißdorn verwendet, bei Arthrosen, Rekonvaleszenten nach schweren Infektionskrankheiten zur Stärkung des geschwächten Herzmuskels
 In letzter Zeit die Mistel wurde auf eine Wirkung bei Krebspatienten hin untersucht. Es wurde dabei ein Anstieg von Helfer- und natürlichen Killer-Zellen beobachtet. Dabei werden die Präparate als Injektionen verabreicht (der Tee ist dabei zu mild).
 Plinius empfiehlt die Mistel gegen Fallsucht und Schwindelanfälle, Pfarrer Kneipp empfiehlt die Mistel zur Stillung zu Blutflüssen und zur Behandlung von Störungen im Blutumlauf; Pahlow
 Unverträglichkeiten: bei langandauernder Einnahme können allergische Reaktionen auftreten. Nicht bei Eiweiß-Überempfindlichkeit, chronisch-fortschreitenden Erkrankungen (z. B. TBC)
 Tee: 1 geh. TL Mistel mit 1/4 l kaltem Wasser übergießen, nach 10 - 12 h abseihen, 2 Tassen pro Tag trinken
Sammeln:
 Magie: s.o. (Plinius); außerdem soll sie zu Weihnachten die höchste Kraft haben.
 Heilkunde: beste Sammelzeit ist März - April

LG Sabin
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Lebe mit der Natur im Einklang Du wirst hören was dir die Naturgeister erzählen und sie im Sonnenlicht tanzen sehen. Ein wunderbares Gefühl wird in Dir wach.
Sabin die Waldfee

Sabin die Waldfee Offline

Wesen des Waldes

Beiträge: 2.601

17.03.2005 13:12
#2 RE:Die Mistel Antworten


Mistel (Viscum album oder Loranthus europaeus) - "die Allesheilende"
"Nichts ist den Druiden [...] heiliger als die Mistel und der Baum, auf dem sie wächst, sofern es nur eine Eiche ist. [...] Eine solche Mistel wird jedoch einigermaßen selten entdeckt und wird, wenn gefunden, mit großer Ehrfurch aufgesucht, und zwar vor allem am sechsten Tage nach Neumond, [...]. Sie bezeichnen die Mistel in ihrer Sprache als "Allheiler" [lat. omnia sanatem, irisch: uile-iceadh, schott.gäl. uil-ioc, kymr. oll-iach, Anm. Autorin]. Nachdem man das Opfer und das Festmahl unter dem Baum feierlich vorbereitet hat, führen sie zwei Stiere von weißer Farbe herbei, deren Hörner dann zum ersten Mal bekränzt werden dürfen. Ein Priester in weißem Gewand steigt auf den Baum und schneidet die Mistel mit einer goldenen Sichel ab. In einem weißen Leinentuch wird sie aufgefangen. Dann schlachten sie alsbald die Opfertiere und beten, der Gott möge seine Gabe denen zum Segen gereichen lassen, denen er sie verliehen habe. Sie glauben, dass durch einen Trunk davon jedem unfruchtbaren Lebewesen Fruchtbarkeit verliehen werde und dass es ein Heilmittel gegen alle Gifte sei." (Plinius, Naturgeschichte XVI, 249)
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Sabin die Waldfee

Sabin die Waldfee Offline

Wesen des Waldes

Beiträge: 2.601

17.03.2005 13:13
#3 RE:Die Mistel Antworten

Die Mistel als alte Zauberpflanze
Unseren Vorfahren erschien die immergrüne Pflanze geheimnisvoll, da sie so hoch oben in den Bäumen wuchs; weil sie so geheimnisvoll waren, sollten die Misteln auch über zauberhafte Kräfte verfügen. Man glaubte, daß sie vor Feuer schützen könne und hängte sie deshalb an die Hauswand, damit sie Hexen und böse Geister am Eintritt hindere. Man glaubte auch, daß Misteln- ebenso wie vierblättrige Kleeblätter oder Hufeisen, Glück bringen, aber nur demjenigen, der sie zum Geschenk erhält, nicht wenn man sie sich selbst kauft! Die gegabelte Form der Zweige machte sie zum Vorbild der Wünschelrute.
Es existieren zahlreiche Legenden und Mythen um die Mistel.
In der griechischen Mythologie wird die Mistel wegen ihrer narkotisch-psychoaktiven Eigenschaften erwähnt: Wahrscheinlich ist sie die "Goldene Zauberrute" des Äneas, der mit ihrer Hilfe in die Unterwelt eindrang.

In der der altnordischen "Edda-Sage" heißt es, der Lichtgott Baldur habe Träume von seinem bald bevorstehenden Tod gehabt und deshalb habe die Göttermutter Freya allen Erdenwesen das Versprechen abgenommen, Baldur nicht zu verletzen. Nur ein Wesen, welches kein richtiges Erdenwesen war, wurde hierbei vergessen: die Mistel. Der Feind der Asen, Loki bemerkte dieses Versehen. Er gab dem blinden Gott Hödur einen Mistelzweig in die Hand und wies ihm die Richtung Baldurs. Dieser stürzte, von Hödurs Mistelzweig tödlich getroffen zu Boden.

Für die Druiden - Hohepriester in Gallien und in Britannien
- sozusagen unsere eisenzeitlich-keltischen Vorfahren -
war die Mistel die heiligste aller Pflanzen.
Sie sahen sie als ein Zeichen der Götter an, welches den Menschen mitteilte, daß sie selbst im Baum anwesend seien. Die Druiden schnitten sie deshalb nur im Rahmen eines Gottesdienstes
und nur mit einer goldenen Sichel ab, wobei darauf geachtet wurde, daß sie nicht zur Erde fiel,
sondern in einem weißen Tuch aufgefangen werden konnte. Sie erklärten die nach ihrer Ansicht für alle erdenklichen gesundheitlichen Bedürfnisse der Menschen nützliche Mistel zur unverzichtbaren Zutat ihres kräftestärkenden "Zaubertranks". (Wer die Gallier "Asterix und Obelix" kennt, der weiß auch, worauf das für die Römer dann hinauslief!). Schließlich verteilten Druiden die Mistelzweige über der Haustür als Schutz gegen böse Geister.

Im Christentum schließlich soll sie der Baum gewesen sein soll, aus dessen Holz das Kreuz gemacht war, an dem Christus starb. Vor Schande soll der Baum eingetrocknet sein, um sich in eine Pflanze zu verwandeln, die allen Gutes bringt, die unter ihr hindurchgehen.

Als Symbol des Friedens versöhnten sich Feinde unter der Mistel und gaben sich den Friedenskuss.

In der Kunst taucht die Mistel im Jugendstil sehr oft als Motiv auf.

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Sabin die Waldfee

merlin Offline

Kräuterkundige/er

Beiträge: 65

17.03.2005 13:57
#4 RE:Die Mistel Antworten

Ich möchte Euch in keiner Weise korrigieren, aber....
http://www.mistel.at/mistel.htm, der Herr Kollege hat da einige wichtige Fakten zusammengesammelt, denn Mistel ist nicht gleich Mistel. Besonders die Eichenmistel ist "die" Mistel, nur leider schwer zu finden und wenn dann so furchtbar hoch oben

Sabin die Waldfee Offline

Wesen des Waldes

Beiträge: 2.601

17.03.2005 13:58
#5 RE:Die Mistel Antworten

das stimmt udn leider auch sehr selten bin schon länger aufd er suche danach
kenne die seite finde ich super danke
LG Sabin
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Sabin die Waldfee

Cúron Offline

Mondsichel


Beiträge: 827

18.03.2005 09:28
#6 RE:Die Mistel Antworten

Nun schreib ichs hier herein...
vielleicht könnte jemand nochmal auf Ninmesarras Frage eine Antwort finden, die ja eine Sendung nicht ganz fertig gesehen hat, wo es aber um einen wichtigen Beitrag des Herrn "mit den Dreadlocks", bitte nagelt mich jetzt auf keinen Namen fest, geht, den sie aber verpasst hat.
Vielleicht hat diesen Beitrag jemand gesehen und lässt uns hier in diesem Thread an diesem Wissen teilhaben
Ich dank Euch mal im voraus...
****************
Lebe das Heute, denn Morgen ist Heute schon Vergangenheit - be blessed, Cúron!

Sabin die Waldfee Offline

Wesen des Waldes

Beiträge: 2.601

18.03.2005 09:35
#7 RE:Die Mistel Antworten

Leider habe ich alles was ich über die Mstel gefunden ahbe hier reingeschrieben in meinenm Buch Kräuterkunde von Wolf Dieter Storl der mit den langen Haar *gg* find ich leider keinen eintrag über die Mistel
aber wir haben glaub ich doch schon einige Infos über die Mistel reingeschreien istden da nichts dabei was Nimesarra gebrauchen kann??

Sonst die Seite die uns merlin reingeschreiben hat ist auch super Informativ.

Mehr kann cih leider zur zeit nciht anbieten. LG Sabin
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Sabin die Waldfee

Ninmesarra ( Gast )
Beiträge:

18.03.2005 15:36
#8 RE:Die Mistel Antworten

hallo ihr lieben,
habe nun alles noch einmal genau durchgelesen. ist alles wunderbar und informativ, aber ich war auf der suche nach eben der äusserung von Dr. Storl. ich ärgere mich vor allem, daß ich nicht gleich zum computer stürtzte, um mir die nötigen infos aus der sendung zu speichern. grr. nun ist es zu spät und der bus abgefahren. es gibt auch keinen hinweis, daß der film in einem andern programm, ausser dem oben erwähnten, wiederholt wird.

ach noch was: weiß jemand zufällig, wie man misteln am besten erntet? und wie das jemand mit gestörtem gleichgewichtssinn bewältigt?

danke nochmal an alle, und frage an cúron: könntest du damit was anfangen? nein, ist zu dürftig. also, alle bücher von dem lieben doktor wälzen bis gefunden. wieviel gibts denn, ich habe kein einziges.

vielleicht noch dieses: chinah hats an anderer Stelle, leider nicht ganz zu recht schon gesagt: es sit schade, daß die beiträge durch sogenannte lustige einlagen verzerrt und verdrängt werden. gibts für drlei nicht eine plauderecke?

lg. ninmesarra

Viscum Offline

Kräuterkundige/er


Beiträge: 72

04.07.2006 09:36
#9 RE: Die Mistel Antworten

schon meines nicks wegen, kann ich gar nicht anders, als fast meinen "Senf" hier zu hinterlassen
zur Unterscheidung der Misteln, so wie sie normalerweise bei uns (Österreich) gefunden werden können:

die weißbeerige Mistel (gemeinhin die "Mistel"): Viscum album
das sind vorweigend jene, die auf Laubbäumen gefunden werden. Sind im Winter belaubt und haben weisse Früchte.
Die wichtigste unter jenen, ist diejenige, die auf Apfelbäumen vorkommt. Diese Mistel hat einen starken Bezug zum weiblichen und sollte deshalb vorwiegend von Frauen verwendet werden.
Zuordnung: Mond - Merkur
Abbildungen sind auf http://www.pflanzenalchemie.at/fotos/thu...album=6&page=24 zu finden.

die Riemenblume (bei uns als die "Eichenmistel" bekannt): Lorantus europeus
kommt bei uns vorwiegend auf Eichen vor. Hat im Winter keine Blätter und gelbe Früchte.
Gemeinhin wird sie als "Eichenmistel" bezeichnet. Sie hat einen starken Bezug zum männlichen und sollte auch vorwiegend von Männern verwendet werden.
Zuordnung: Sonne - Merkur
Abbildungen sind auf http://www.pflanzenalchemie.at/fotos/thu...album=6&page=13 zu finden.

die Eichenmistel (die echte): Viscum album ssp. quercinum
hat weisse Früchte und kommt auf Eichen vor. Diese Mistelunterart kommt in unseren Breiten selten, wenn überhaupt vor. Ich hatte leider noch nie das Vergnügen hier eine zu sehen. Das Vorkommen ist auf das ursprüngliche Gebiet der Gallier (Westfrankreich) beschränkt. Das ist auch die Mistel, von der im Asterix gesprochen wird und die von den Druiden verwendet wurde.

In der Biologie wird die Mistel als Halbschmarotzer bezeichnet .... vom Standpunkt, wie sich die Mistel mit Nährstoffen versorgt, mag das richtig sein. Dem Schmarotzerwesen widerspricht aber meine Beobachtung und die Erfahrung von Biobauern. Bäume, die von Misteln "befallen" sind und denen die Misteln entfernt wurden, gehen ein!
Die Mistel ist der "Arzt" für den Baum, der sie dafür mit etwas Nährstoff im Austauch versorgt. Darum kann man auch bei besonders "gestressten" Bäumen, wo auch immer dieser Stress herkommen mag (Luftverschmutzung, geomantische Ursachen,...), feststellen, dass sich teilweise sehr viele Misteln einfinden, um den Baum am Leben zu erhalten.
Wenn die Umstände zu schlecht sind, können auch diese vielen "Mistelärzte" nichts mehr ausrichten und der Baum stirbt. Das wird dann aber in Unkenntnis meist der Mistel zugeschrieben, die den Baum "totschmarotzt" haben soll.

Ich empfehle daher, beim "Mistelholen" NIE alle Misteln vom Baum zu nehmen!!!

Die Mistel hat als Wesen der Luft keine Bezug zur Erde. Darum ist es wichtig, dass die Mistel den Boden nicht berührt, weil sie dann ihre Kraft verliert. Es wäre fast "lustig" gegen Jahresende die vielen Mistelzweige zu sehen, die in Gärtnereien und an diversen Ständen verkauft werden, wenn man nicht wüßte, dass die meisten davon am Boden gelegen sind. Leider sind sie deshalb auch kraftlos und damit auch nicht mehr wirklich wirksam. Drum ist es eigentlich schade, dass soviel von diesen Pflanzen verschwendet wird. Von einer Verwendung dieser Misteln würde ich dann auch abraten.

Die Mistel ist von kindlicher Natur. Wiederzufinden ist das u.a. im Baldur-Mythos. Deshalb hat die Mistel auch einen starken Bezug zum "inneren Kind" und daher rührt auch der Brauch des "sich unter dem Mistelbusch küssens". Durch das ausgeprägte kindliche Wesen der Mistel, kann sie auch nicht lügen und verhindert das auch in ihrem Umfeld. Wenn sich also zwei Menschen unter der Mistel (und ihrem Einfluss) küssen, und das aus nicht "ehrlichen" Gründen tun, wird sich das bemerkbar machen. Aus derselben Wirkung ist auch die Schutzfunktion der Mistel zu erklären, die meistens beim Hauseingang, oder bei Fenstern aufgehängt wird, weil dann Menschen oder Wesen abgehalten werden, die es nicht "ehrlich" mit mir meinen.

Wo ich für Informationen dankbar wäre, betrifft das Schneiden mit der "goldenen Sichel".
Ich vermute dahinter vielmehr ein symbolisches Vorgehen. Wer selbst schon Misteln geholt hat, wird sich schwer vorstellen können, diese mit einer Sichel schneiden zu können. Und wenn die Sichel auch noch aus Gold wäre .. dann wäre das Werkzeug viel zu weich, um damit etwas zu schneiden.

über die Medizin, die der Mistel innewohnt, werd ich mich später einmal auslassen

mit herzlichem Gruß
Viscum (der "echte" )
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Ich bin inzwischen so weit zu glauben, wir sind dermassen verrueckt, dass, wenn alle sich in etwas einig sind, man sich sicher sein kann, dass es falsch ist.(Anthony de Mello)

Fuchsfrau Offline

Wesen der Natur


Beiträge: 365

04.07.2006 15:05
#10 RE: Die Mistel Antworten

Hallo Mistelix,

danke für den Beitrag, die Mistel - für mich - mal etwas anders beleuchtet. Frage: warum sind die Apfelmisteln die wichtigsten? Ich sah mal eine ganze Mistelplantage, naja, waren schon Apfelbäume drunter. Der Ort gefiel mir sehr gut, es war Winter und die Misteln hatten wunderschöne Beeren, Nebel zwischen den Zweigen, hat mich sehr berührt, dieser Ort und die Misteln auch.

In Antwort auf:
Die Mistel hat als Wesen der Luft keine Bezug zur Erde. Darum ist es wichtig, dass die Mistel den Boden nicht berührt, weil sie dann ihre Kraft verliert. Es wäre fast "lustig" gegen Jahresende die vielen Mistelzweige zu sehen, die in Gärtnereien und an diversen Ständen verkauft werden, wenn man nicht wüßte, dass die meisten davon am Boden gelegen sind. Leider sind sie deshalb auch kraftlos und damit auch nicht mehr wirklich wirksam. Drum ist es eigentlich schade, dass soviel von diesen Pflanzen verschwendet wird. Von einer Verwendung dieser Misteln würde ich dann auch abraten

Ist doch eigentlich gut, werden eh grad zu Dekozwecken verwendet, besser, als wenn alle geschnitten wären, ob mit Sichel oder Messer...
Ich finde, Misteln fallen einem eh fast in die Hand, wenn man sie berührt, da langt Gold doch (so man hat). Oder find ich immer nur schwächelnde Misteln auf Bäumen?

Nun, es ist Sommer, es ist heiß, der Ausflug in den Mistelwinter hat mich erfrischt
Grüße von Lisa

Viscum Offline

Kräuterkundige/er


Beiträge: 72

04.07.2006 17:04
#11 RE: Die Mistel Antworten

Hallo Füchsin,
das war vielleicht etwas mißverständlich von mir ausgedrückt.
Zweierlei Mißverständnis hat sich wohl ergeben.

1.
Viscum album - also die weißbeerige Mistel - kommt auf den unterschiedlichsten Bäumen vor. Also auch auf Birken, Pappeln, Birnbäumen, Linden, .... ja es gibt sogar Misteln auf Nadelbäumen
Aber für die arzneiliche Verwendung, besonders für Frauen, ist die am besten geeignete, die vom Apfelbaum. Sie ist die mond-igste mit einem ziemlichen Anteil von der Venus, der vom Apfelbaum herrührt.
Sicherlich kann man auch die anderen Misteln verwenden. Das wird fallweise zu entscheiden sein.

2.
Und in der Winterzeit werden von Gärtnern und anderen die Misteln leider sehr wohl vom Baum geschnitten. Nur werden diese dann meistens am Boden gelagert. Nur zu oft sieht man Stände, wo die Misteln dann am Boden auf den Verkauf warten.
Und es ist doch schade, wenn die Kraft dieser wundervollen Pflanze verloren geht ... und nur zu "Deko"-Zwecken müßte man keine Misteln verwenden. Die wären am Baum, dort wo sie für diesen wirken können, dann am besten aufgehoben.

Und zur Sichel (gülden oder nicht ;-))
Die Mistel ist recht einfach zu brechen, das stimmt. Das sind sicher keine schwächelnden Misteln. Drum frag ich mich ja, was das mit der Sichel soll, weil das ja dann viel komplizierter ist und die Mistel, den Baum und den Menschen bei weitem mehr gefährdet als Nutzen bringt.
ganz herzlichen Gruss
Viscum

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Cúron Offline

Mondsichel


Beiträge: 827

04.07.2006 18:31
#12 RE: Die Mistel Antworten

Ich habe auch mal gelesen, dass eine Mistel pro Jahr 1 cm an Umfang zulegt beim Wachsen, also wenn man jetzt eine Mistel mit einem Umfang von 50 cm kauft, so ist diese 50 Jahre (!) alt... man stelle sich das mal vor, bevor man leichtfertig mit diesen wunderschönen Gewächsen umgeht...
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Um Gefühle zu verstehen, muss man gut zuhören können! - be blessed, Cúron

Fuchsfrau Offline

Wesen der Natur


Beiträge: 365

04.07.2006 19:58
#13 RE: Die Mistel Antworten

Oh, ich bin manchmal wirklich ein Trottelchen... hab mich zwar gewundert, dass soooo viele Misteln auf den Boden fallen (die tun das nämlich wirklich "gern" um diese Jahreszeit) aber mich einfach gefreut, dass die doch nicht alle geschnitten werden, seufz.

Das mit der goldenen Sichel ist sicher auch, um der Mistel Ehre zu erweisen. Oder Sonne und Mond zusammenzubringen oder oder... da könnt ich mir viele Dinge vorstellen (hab halt eine überschwappliche Fantasie manchmal)

Die Oma einer Freundin hat uns, als wir klein waren, erzählt, dass Pflanzen nicht mit Eisen geschnitten werden mögen. (DAs fand ich dann später bei Storl auch wieder) Kartoffeln sollte man auch nicht mit dem Messer schneiden. Das mit den Kartoffeln verstand ich gaaar nicht, bis ich einmal mit altem Besteck aß. Allein schon der Eigengeschmack des Werkzeugs und - die Kartoffeln schmeckten gar nimmer. Vielleicht reagieren viele Pflanzen auf Eisen speziell nicht so gut.

Ernte ich Kräuter, geh ich mit der Schere raus und sag, wer sich nicht mit der Hand pflücken lässt... Meistens kommen sie "freiwillig" mit, lach

Grüße von Lisa


Fuchsfrau Offline

Wesen der Natur


Beiträge: 365

15.10.2006 22:20
#14 RE: Die Mistel Antworten

Hm, bin verwirrt, heut hab ich auf einer Linde eine Mistel gesehen, die Früchte trug. Gibts das? Das ist doch normal viiiiel später

Grüße von Lisa

Viscum Offline

Kräuterkundige/er


Beiträge: 72

20.10.2006 23:40
#15 RE: Die Mistel Antworten

Hallo Fuchsfrau!
wenn Du´s gesehen hast - dann wirds schon so sein
ist zwar wirklich etwas vor der Zeit, aber es gibt in der Natur soviele Besonderheiten - da kannst Du Dich freuen einer begegnet zu sein.
glg
Viscum
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